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Sina Imhof

GRÜNE 5:28 min Sitzungen 23/21

Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen! Wer von Ihnen hat schon einmal live gesehen, wie BMX Freestyle gefahren wird? Oder wer stand schon einmal bei einem Rollstuhl-Basketball-Spiel an der Seitenlinie? Olympische und Paralympische Spiele mitten in Hamburg, die ganze Welt zu Gast, ein Fest des Sports und des friedlichen Miteinanders, das Menschen aus allen Kulturen auf unseren Straßen verbindet: Das ist die Vision, die bei vielen Menschen in unserer Stadt Vorfreude auslöst. Andere jedoch blicken mit Sorge auf ein solches Großereignis. Sie denken an ausufernde Kosten und Gigantismus, und es ist unsere politische Pflicht, diese Bedenken und Sorgen ernst zu nehmen. Wer angesichts unserer Haushaltslage nicht kritisch nachrechnet, handelt nicht verantwortungsvoll. Aber genau deshalb müssen wir in dieser Debatte den Blick weiten. Denn Olympia ist mehr als Sport und Begeisterung. Olympia ist Stadtentwicklung. Die Spiele sind eine Chance für den Klimaschutz, eine Chance für echte Inklusion und eine Chance für den Breitensport in unserer Stadt. Die Hamburgerinnen und Hamburger wissen genau, wohin wir wollen. Wir haben mit dem Zukunftsentscheid ein starkes Signal gesendet. Wir wollen bis 2040 klimaneutral sein. Wir wollen eine lebenswerte, grüne Metropole sein. Aber klar ist auch: Diese Zukunft kommt nicht von allein. Diese Zukunft muss erarbeitet, geplant und finanziert werden. Durch die Spiele wird Hamburg die Priorität für Investitionen des Bundes. Wir wollen dieses Event nutzen, um Hamburg grüner zu machen. Mit dem olympischen Band verbinden wir unsere Parks zu einer riesigen grünen Lunge, die unsere Stadt atmen lässt. Wir errichten mit der Science City ein neues Stadtquartier, das nach den Spielen zu einem Wohnort mit günstigen Wohnungen für rund 9.000 Menschen wird. Wir modernisieren und erweitern unsere Verkehrsinfrastruktur. Ambitioniert sind wir auch bei der Inklusion: Die Spiele sind ein konkreter Auftrag für eine wirklich inklusive Stadt. Unser Ziel ist es, Hamburg zur barriereärmsten Stadt Deutschlands zu machen. Wenn künftig eine Familie mit Kinderwagen oder ein Mensch im Rollstuhl problemlos durch unsere Stadt kommt, dann ist das der wahre und unbezahlbare Gewinn. Olympia und Paralympics bedeuten nicht nur Spitzensport für wenige Wochen, sondern einen langfristigen Schub für unseren Breitensport, indem wir gezielt Hallen, Sportanlagen, Schwimmbäder in all unseren Bezirken sanieren und modernisieren. Wir werden diesen Weg gehen. Wir sind nicht abhängig von Olympischen und Paralympischen Spielen, um eine moderne, zukunftsfähige Stadt zu sein. Aber, und das ist das Entscheidende heute, die Spiele können diesen Weg so viel einfacher machen. Olympia und Paralympics geben uns eine verbindliche Deadline. Sie zwingen uns, an einem Strang zu ziehen, um unsere eigenen großen Ziele konsequent und schneller zu verfolgen. Wer zweifelt, ob das wirklich gelingen kann, sollte einen Blick nach Paris werfen. Die Milliarden, die dort investiert wurden, flossen nicht in eine zweiwöchige Party. Paris hat die Seine gereinigt – ein historischer, ökologischer Gewinn und ein Projekt, das schon jahrzehntelang hätte realisiert werden sollen, scheiterte jedoch immer wieder. Olympia hat diese Blockade gelöst. Das Olympische Dorf wurde nicht in den ohnehin wohlhabenden Vierteln im Zentrum gebaut, sondern ganz bewusst im Vorort Saint-Denis, wo der Bedarf am größten war. Heute ist das dringend benötigter bezahlbarer Wohnraum für Tausende von Menschen. Vor den Spielen konnte in Saint-Denis jedes zweite Kind nicht schwimmen, weil es einfach keine Bäder gab. Olympia hat das geändert. Es wurden Schwimmbäder saniert und neu gebaut und Tausende Kinder haben in kostenlosen Kursen endlich schwimmen gelernt. Paris hat gezeigt: Olympische Spiele können eine Stadt voranbringen, aufwerten, sozialer machen. Sie können dafür sorgen, dass Bewegung, Gesundheit und Gemeinschaft nicht vom Geldbeutel abhängen. Öffentliche Sportstätten und barrierefreie Infrastruktur sind Teil unserer öffentlichen Daseinsvorsorge. Wenn wir in solche Infrastruktur investieren, dann tun wir das nicht, weil es sich finanziell lohnt, sondern weil es sich gesellschaftlich auszahlt. Wir bauen nicht für ein Ereignis, sondern wir entwickeln Hamburg weiter. Am 31. Mai haben Sie, liebe Hamburgerinnen und Hamburger, die Wahl. Lassen Sie uns mutig sein! Lassen Sie uns die Begeisterung für den Sport und die Inklusion verbinden mit einem Schub für unsere Stadtentwicklung. Wir haben die Chance, das Hamburg von morgen schon heute zu bauen – barrierefrei, klimaneutral, weltoffen. Olympia ist nicht das Ziel, Olympia ist der Weg, der Weg in ein nachhaltiges und lebenswertes Hamburg!

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