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Alexander Mohrenberg

SPD 5:04 min Sitzungen 23/20

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren. Wir reden hier oft über den Klimawandel, aber heute wollen wir über eine zweite große Herausforderung reden für unsere Umwelt: Das ist der Rückgang der Artenvielfalt und Biodiversität, den wir weltweit sehen und wo wir auch überlegen müssen, was können wir in Hamburg tun, um hier noch besser voranzugehen. Wir haben Pflanzenreichtum, Insektenvielfalt. Gute Bedingungen für Wildtiere sind nicht nur gut für Tiere und Insekten, sie sorgen dafür, dass die Biotope, in denen wir uns als Menschen aufhalten, auch lebenswerter sind. Deswegen sollten wir schauen, was können wir hier in unserem Stadtstaat eigentlich tun, um das voranzubringen. Denn in Hamburg leben nicht nur fast 2 Millionen Menschen, wir haben auch ungefähr 7.000 verschiedene Tierarten und 1.000 Pflanzenarten. Die kann ich zwar auch nicht alle aufzählen, aber die gibt es in dieser Stadt. Und wir müssen schauen, wie das künftig auch noch so der Fall ist. Und in den letzten Jahren haben wir ziemlich viel hier über Flächenerhalt gesprochen. Wie kriegen wir große Flächen hin? Wie schaffen wir es, den grünen Ring zu stärken und Achsen zu stärken? Das ist alles gut. Das ist quantitativ auch sinnvoll gewesen, um auch zu schauen, dass wir genügend Flächen haben und, und wir sind der Meinung: Wir können jetzt einsteigen zu gucken, wie wir auch noch qualitativ bessere Flächen haben, wie wir hochwertigere Biotope schaffen und wie wir jetzt quasi den nächsten Schritt dabei gehen. Wir haben jetzt in der gesamten letzten Legislaturperiode viel darüber gesprochen, wie wir den Vertrag für Hamburgs Stadtgrün umsetzen. Das ist deshalb wichtig, weil wir eine wachsende Stadt sind. Und eins ist klar, es wird auch weiter an verschiedensten Orten Wohnungsbau geben. Es müssen mal Straßen ertüchtigt werden. Es wird an bestimmten Orten immer wieder Eingriffe geben. Deswegen haben wir damals gesagt, wir wollen nicht, dass die Gesamtzahl von Grünflächen der Stadt zurückgeht. Also haben wir angefangen, Naturschutz auszuweiten, Landschaftsschutz auszuweiten, die grünen Achsen zu stärken, die grünen Ringe zu stärken, und haben letztes Jahr – vielleicht erinnern sich einige – festgestellt, das haben wir hinbekommen. Wir haben die ganzen quantitativen Ziele des Hamburger Vertrags für Stadtgrün umgesetzt. Wir sind Platz 1 in Deutschland, was quasi ausgewiesene Fläche angeht. Aber jetzt müssen wir gucken, wie wir nach Flächenumfang, Schutzstatus, Grünachsen und -ringen jetzt über die Qualität der Biotope reden, damit in diesen Grünflächen noch mehr passiert als bisher. Wir haben sogar einen Puffer aufgebaut, sodass wir wissen, wenn wir in den nächsten Jahren Projekte haben, dass wir insgesamt nicht unter diese Schwelle schwanken, dass wir zu wenig Grünflächen haben. Deswegen haben wir jetzt mal die Chance zu sagen, die nächsten Jahre können wir einsteigen, qualitativ aufzurüsten, um zu schauen, wo können noch bessere Biotope entstehen und wie können wir hier auch noch mehr aufrüsten. Und ich will ein paar Beispiele geben. Wir reden einerseits darüber, wie wir diese Netzwerke und Verbünde mehr Feucht- und Gewässerlebensräume zum Beispiel schaffen. Oft sagt man: "Okay, das sind so kleine Bereiche," "die wurden oft nicht angekauft, weil daneben eine große Fläche ist." Und man gesagt hat: "Mensch, wir wollen noch viel Grünfläche haben," "lasst uns lieber einen großen Grünstreifen haben." Wir wollen künftig, dass geschaut wird, hat dieses Feuchtbiotop vielleicht einen viel höheren Sinn, genau an diesem Ort anzukaufen, weil er zum Beispiel zwei verschiedene Feuchtgebiete miteinander verbindet und somit mehr Wechsel auch zwischen Wildtieren, Amphibien und anderen ermöglicht. Wir wollen also gucken, wie noch mehr Brücken und Wildbrücken und Verbindungswege geschaffen werden und wir so Nahrungssuche, Fortpflanzung, Wanderbewegung nicht langfristig gefährden und damit noch mehr in die Verästelung gehen. Jetzt fragt man sich vielleicht: Was heißt das ganz konkret in der Umsetzung? Es gibt ja eine Fachgrundlage Biotopverbund der BUKEA. Wer letztes Jahr im Umweltausschuss dabei war: Der Naturschutzrat hat auch explizit in Hamburg gesagt, wenn Sie einen Wunsch hätten, dann wäre das, dass man noch stärker auch gerade auf diese Datenerhebung abspielt, weil da relativ gut kategorisiert ist: Was haben wir eigentlich wo an Fläche? Und der konkrete Plan ist jetzt von uns, zu sagen: Lasst uns heute beschließen, dass künftig der Senat genau diese Ausgangslage noch stärker einbindet, wenn Flächen angekauft werden. Wir werden nie aufhören, Flächen anzukaufen, weil wir das brauchen, weil wir auch immer wieder irgendwo mal in grüne Ringe oder an grünen Ringen was bauen werden. Das werden wir nicht verhindern können. Aber wir müssen gucken, dass jedes Jahr die Qualität weiter steigt und wir quasi noch strategischer einkaufen und nicht nur Preis und Größe der Fläche quasi einbinden, sondern sagen: Was genau für Tiere leben hier? Welche Möglichkeiten haben wir mit dieser konkreten Fläche? Will ich aber auch ganz offensiv deswegen die Opposition ansprechen, dass für den Fall, dass Sie hoffentlich gleich mitstimmen, was ich super fände, dass ich aber auch mir wünschen würde, wenn Sie überlegen: Was heißt das in Zukunft? Das könnte in Zukunft bedeuten, wir haben jetzt jedes Jahr sehr viel neue Flächen in Quadratmetern, die wir dazukaufen, dass vielleicht nicht jedes Jahr die Quadratmeteranzahl die davor übertreffen wird, weil wir künftig dann auf bessere Gebiete gehen wollen. Die sind aber vielleicht manchmal kleiner, weil sie noch teurer sind und weil sie eben nicht an Fülle zu haben sind. Also wir wollen weiter Fläche ankaufen. Es muss aber auch heißen, dass wir vielleicht nicht mehr jedes Jahr in Tausenderschritten das Jahr überbieten, sondern qualitative Biotope dann haben und sagen, das haben wir geschützt, und das war an diesem Standort vielleicht ein paar Quadratmeter weniger als das andere, aber es ist sinnvoller. Das heißt, wir wünschen uns eine zielgerichtete Vorgehensweise zur Stärkung. Wir haben jetzt einen großen Flächenpuffer aufgebaut, den sollten wir beibehalten. Und wenn es jetzt weitergeht, dass wir qualitativ verbinden, um die Fluktuation von Wildtieren zu erhöhen, um den Naturschutz zu erhöhen, um zu schauen, wie wir auch die Ideen und Anregungen des Naturschutzrates noch besser umsetzen können. Das stärkt die Biodiversität in der Stadt, das stärkt die Artenvielfalt und macht damit unsere Stadt lebenswerter für Mensch, für Tier, für Pflanzen, für alle, für Insekten auch. Und deswegen würde ich mich freuen, wenn Sie diesen Antrag unterstützen. Vielen Dank.

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