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Linus Görg

GRÜNE 2:16 min Sitzungen 23/20

Ja, Frau Präsidentin, liebe Kolleg:innen! Ich versuche mich ja mal ein bisschen kurz zu halten. Meine Vorrednerinnen hatten ja schon viel Richtiges auch zur Konzeptionierung und zu den Bedarfen gesagt. Ich würde das gerne versuchen, noch mal so ein bisschen plastischer für Sie zu machen, um Sie auch von der Wichtigkeit zu überzeugen, und habe Ihnen ein kleines Fallbeispiel mitgebracht. Überlegen Sie, versetzen Sie sich mal herein: Frau Müller, 78 Jahre alt, lebt alleine in Eimsbüttel. Sie ist mobil, organisiert ihren Alltag selbst, pflegt soziale Kontakte. Nach einem Sturz kommt sie ins Krankenhaus und wird erfolgreich behandelt. Und durch die geriatrische Früh-Reha macht sie erste Fortschritte. Doch danach fehlt die nächste Stufe. Ihre Kräfte reichen noch nicht für ein selbstständiges Leben. Ohne gezielte Weiterbehandlung bleibt sie unsicher. Ihr Risiko für erneute Stürze ist hoch. Am Ende wird sie in die Pflege entlassen, obwohl sie eigentlich das Potenzial hätte, wieder nach Hause zurückzukehren. Und genau mit dem Angebot, was wir hier schaffen wollen, geben wir ihr diese Chance. Und solche Verläufe sind keine Einzelfälle, sondern sie zeigen strukturelle Defizite. Und wir wollen eben genau diese zweite Stufe der Versorgung schaffen: nach dem Krankenhaus, stationär oder teilstationär und an den Bedarfen orientiert. Und was mir noch mal wichtig ist zu betonen: Wir haben ja wirklich ein sehr großes Spektrum auch an Angeboten in dieser Stadt. Auch die sind angesprochen worden: die geriatrischen Institutsambulanzen beispielsweise, die ja auch eine starke Rolle leisten sollen. Und was, glaube ich, wichtig ist – und deswegen muss man sich auch Zeit nehmen, diese ganzen Konzepte und Strukturen zusammenzubinden –, ist, dass wir eben all das zu einem wirklich tragfähigen Gesamtkonzept zusammenbringen. Und das braucht auch seine Zeit. Und diese Strukturen dann aufzubauen, das braucht Zeit. Und von daher finde ich es auch in Ordnung, sich auch mit einem Bericht dann entsprechend Zeit zu lassen. Auch wenn Sie es vielleicht schneller haben wollten. Aber bis wir das tatsächlich alles auch aufgebaut haben und am Ende auch etwas Berichtenswertes dabei rumkommt, finde ich, sollten wir uns diese Zeit an der Stelle auch nehmen. Genau. Und damit würde ich an dieser Stelle tatsächlich auch mit Blick auf die Uhr enden und ja: schönen Abend noch!

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