René Gögge
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleg:innen! Nächtelang tanzen oder elektrisierende Konzerte erleben, dafür steht St. Pauli, dafür steht die Reeperbahn. Und trotzdem muss man feststellen, dass das Vergnügen nicht immer für alle ganz ungetrübt ist, denn viele Kiezgäste empfinden eben durchaus gemischte Gefühle. Denn insbesondere unter Frauen und queeren Menschen findet man kaum eine Person, die im Zusammenhang mit dem Nachtleben noch keine Übergriffigkeit erleben musste. Und liebe Kolleg:innen, darüber müssen wir reden und daran müssen wir arbeiten. Das steht fest. Damit Kneipen und Clubkultur Genuss, Zerstreuung und Freude bedeuten, darf niemand beim Feiern Angst vor Übergriffen haben müssen. Und im Fall der Fälle, dann muss eben auch emotionale und praktische Unterstützung schnell und unkompliziert zur Verfügung stehen. Was dafür konkret gebraucht wird, also um das Nachtleben für alle safe zu machen, das hat das Projekt "what the fear" sehr gut herausgearbeitet. Denn gerade die niedrigschwelligen Angebote dieses Projekts waren ein sehr wichtiger Beitrag und extrem hilfreich für die Betroffenen. Das wird auch, wenn Sie das nachlesen wollen, bei der Projektauswertung sehr deutlich und nachvollziehbar dargestellt. Und so ist es zum Beispiel nicht unbedingt das emotional Einfachste, als Opfer von Gewalt, Belästigung oder Diskriminierung direkt in der überfüllten Davidwache am Wochenende eine Anzeige zu erstatten. Und trotzdem ist der Bedarf nach einem offenen Ohr, nach Mitgefühl und nach Rat groß. Und genau das kann hier bedient werden. Und liebe Kolleg:innen, die Haushaltslage, die ist herausfordernd, das wollen wir nicht beschönigen. Und dennoch sind Projekte wie "what the fear" genau das, was wir brauchen, um Hamburg zum Safe Space für alle zu machen. Deshalb setzen wir uns für die Fortführung von "what the fear" ein und stimmen daher für eine Überweisung in den Sozialausschuss, um dann da in die weitere Beratung zu gehen. Und ich danke Ihnen dafür, das zu unterstützen.
