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Marco Schulz

AfD 2:22 min Sitzungen 23/20

Ja, sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Kollegen! Hier liegt noch ein Stift. Die Fraktion der Linken versucht erneut – das ist ja Tradition –, hier sich in einen laufenden Tarifvertrag oder einen Konflikt politisch einzuschalten, diesen ein bisschen auszuschlachten, hat dazu eine Drucksache angemeldet. Ich weiß aber nicht, ob Sie die auch gründlich gelesen haben, weil an sich ist das ja Eigentor mit Blick auf die Antworten des Senats. Und Herr Jäger, ich muss ganz offen sagen, ich musste jetzt wirklich schmunzeln bei Ihren Ausführungen. Nach meinem Kenntnisstand sind Sie ja selbst Hafenarbeiter. Ich hab auch Menschen in der Familie, die dort tätig sind. Also Schichtdienst sollte Ihnen ja auch bekannt sein. Und wenn Sie dann monieren, dass da Menschen sind, die, ja, ihr ganzes soziales Umfeld verlieren, weil die halt 3 Uhr oder ab 3 Uhr im Bus sitzen müssen, dann muss ich mal ganz hart dann zu diesen Menschen anscheinend sagen, sollten die sich anderen Job suchen oder neue Freunde? Weil: falls es Ihnen entgangen ist: Darum geht es ja nicht ansatzweise bei dem derzeitigen Konflikt. Also niemand debattiert jetzt ja über einen Fahrplanwechsel, dass nachts nichts mehr fahren soll. Es wird immer Menschen geben, die leider, sage ich jetzt mal, diese Karte ziehen und diese Schicht abbekommen. Also insofern, darum geht es hier auch nicht. Die Anfrage zeigt sehr offen, dass es dem hvv, dass es der HOCHBAHN, sehr gut geht. Es wurden schon Zahlen genannt, ich will nur noch mal auf eine verweisen: Allein das Verhältnis von Bewerbungen zu offenen Stellen – ein Vielfaches übersteigt das. Und daran sieht man ja, dass das ein nicht allzu unattraktiver Arbeitgeber sein kann, weil sonst gäbe es diese Bewerbungen entsprechend nicht. Natürlich gilt es, die Belange der Beschäftigten entsprechend zu berücksichtigen. Wir müssen aber, wenn wir über so was reden, auch immer gucken: In welcher gesamtwirtschaftlichen Lage befinden wir uns? Das müssen wir auch entsprechend diesen Verhandlungspartnern – die immer gerne fordern – aufzeigen und mitteilen und darauf verweisen, dass wir allein im produzierenden Gewerbe in den letzten sechs Jahren über 250.000 Arbeitsplätze bundesweit verloren haben. Hier haben wir einen genau gegenteiligen Trend. Wir bauen Personal auf, die Gehälter steigen, und daran sollte man die Herrschaften aus der Gewerkschaft auch wieder mal ganz gerne erinnern. Vielen Dank!

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