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Alske Freter

GRÜNE 5:05 min Sitzungen 23/20

Vielen Dank, Frau Präsidentin! Es läuft keine Zeit. Ah, jetzt. Ich wollte noch mal auf ein paar Punkte meiner Vorredner:innen eingehen beziehungsweise vielleicht auch paar Dinge klarstellen: Frau Stöver, es freut mich, dass Sie so genau recherchiert haben – bis hin zu unserer Europaausschusssitzung aus dem Jahr 2021 tatsächlich waren da die Fördergrenzen oder das Thema dieses Fördertopfs, den Hamburg hat für Individualaustausch Thema. Und wir haben damals festgestellt, dass der nicht ausgeschöpft wird und auch debattiert, woran das liegt. Und ein Thema waren da die Fördergrenzen, die aktuell nämlich denen vom Bildungs- und Teilhabepaket entsprechen. Die wurden nämlich nach dieser Europaausschusssitzung auch angepasst, die Fördergrenzen. Die waren über einen längeren Zeitraum tatsächlich nicht mehr angepasst worden. Das war ein Punkt. Trotzdem stimme ich Ihnen in der Analyse auch zu, dass es sicherlich auch Familien gibt mit einem mittleren Einkommen, wo so ein Individualaustausch – und über den spreche ich jetzt gerade –, der dann mal, wenn man das für ein Jahr macht, bei dem günstigsten Programm ungefähr bei 7.000 Euro liegt. Das kann sich auch eine Familie mit einem mittleren Einkommen oftmals einfach nicht leisten. Und deswegen ist es aber umso besser, dass Hamburg als einziges Bundesland diesen Fördertopf für Individualaustausch hat, was nämlich Austausche für sechs Monate oder ein Jahr fördert. Aber wir können da sicherlich noch Dinge verbessern, um diesen Fördertopf auch noch bekannter zu machen, damit der auch noch mehr ausgeschöpft wird. Und genau aus dieser Analyse heraus, dass der nicht ausgeschöpft wird, haben wir uns auch überlegt: Gut, was kann man denn machen, um Austauschprogramme noch bekannter zu machen, um Strukturen zu schaffen, womit man Schulen unterstützt, die vielleicht noch gar keinen Austausch machen oder mit dem Thema noch nicht so befasst sind? Und da setzt eben dieses Programm "Schule:Global", was Sie jetzt gerade angesprochen haben, an. Das ist ein Programm, was entstanden ist aus dem "Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen", kurz AJA. Die haben dieses Programm "Schule:Global" aufgesetzt. Die machen ganz individuelle Coachings für Schulen, machen Workshops mit den Schüler:innen, aber auch mit den Lehrkräften, gucken genau, was ist der individuelle Bedarf der Klassen, mit denen sie zusammenarbeiten und unterstützen sie in den Problemen, die sie gerade haben. Das muss auch nicht immer direkt dann eine internationale Begegnung direkt sein, sondern manchmal sind das auch erst mal nur interkulturelle Workshops. Genau, und da setzt dieses Programm an. Und das hat jetzt angefangen an den Schulen mit Sozialindex 1 und 2, dass die dieses Angebot bekommen. Die müssen das nicht machen, aber sieben von 28, und das hat jetzt erst in diesem Schuljahr oder im letzten Schuljahr angefangen, also Ende letzten Jahres sozusagen, weil das eben erst ausgeschrieben werden musste. Und das wollte ich hier auch noch mal kurz klarstellen, warum das vielleicht nicht im Bericht drinsteht: Wir haben damals, als wir den Antrag geschrieben haben, schon an dieses Programm gedacht. Dann musste das aber noch ausgeschrieben werden, und am Ende hat "Schule:Global" den Zuschlag bekommen und darf das für diese Schulen anbieten. Beziehungsweise die Schulen dürfen das in Anspruch nehmen mit 3.000 Euro. Dann vielleicht ganz kurz zur Linken: Ich glaube, in der Analyse, dass die Schere auseinandergeht und dass das nicht gut ist, da sind wir uns auch einig. Ich glaube, das wäre jetzt aber gerade nicht das Thema dieser Debatte. Also, das Thema der Debatte sollte sein, wie man internationale Begegnungen bildungsgerecht, ja, gestalten kann und nicht das große Thema, nicht das große Fass aufgemacht. Das können wir natürlich auch an anderer Stelle noch mal aufmachen, und ich glaube, da liegen wir gar nicht so weit auseinander in der Analyse, aber das sollte jetzt gerade nicht das Thema sein. Aber Ihre Empörung angesichts der massiven Ungleichheit und Ungerechtigkeiten teile ich trotzdem. Und dann noch mal ganz kurz zu Herrn Mennerich: Sie bringen jetzt wirklich hier gerade alles durcheinander, und ich glaube, Sie haben sich mit dem Thema auch nicht genug auseinandergesetzt. Ich wiederhole es noch mal: Diese Förderungen, die da in dem Bericht erwähnt werden, das sind 34 Schüler:innen nicht von den Schulen mit Sozialindex 1 und 2, wie Sie es gerade gesagt haben, sondern in ganz Hamburg, die eben auf diesen Topf für Individualaustausch zurückgegriffen haben. Ja, ja, ist ja okay, dass man das kritisiert. Und es gibt ja auch viele andere Programme und Förderungen, die auch in dem Bericht erwähnt werden für kleinere Maßnahmen, weil es muss natürlich nicht immer ein ganzes Jahr oder auch nicht ein halbes Jahr im Ausland sein. Es gibt, klar, Schulaustausche für zwei Wochen, und die können genauso gut sein, aber es ist auch so, dass ein ganzes Jahr oder halbes Jahr, das macht was mit einem jungen Menschen. Also da kommt man wieder als neuer Mensch, so, kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Und deswegen ist es toll, dass Hamburg diesen Fördertopf hat, und da können wir stolz drauf sein, weil wir sind wirklich das einzige Bundesland, was so einen Fördertopf hat.

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