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Melanie Nerlich

GRÜNE 3:35 min Sitzungen 23/20

Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren. Es wurde schon angesprochen: In unserem rot-grünen Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, dass wir bis 2030 80 Prozent der geeigneten öffentlichen Dächer mit Solaranlagen belegen wollen. Damit das gelingt, müssen wir die jetzt kommenden vier Jahre wirklich gut nutzen. Einiges passiert schon, aber wir wollen noch eine Schippe drauflegen. Also, wie sieht's auf den öffentlichen Dächern aus? Auch das haben meine Kollegen schon angesprochen. Wir haben in Hamburg ein eigenes städtisches Unternehmen, was sich dezidiert darum kümmert, Solaranlagen auf öffentlichen Dächern zu bauen. Also Kernverwaltung, städtische Unternehmen, alles, was dazugehört. Die HNW Kommunalenergie GmbH, kurz HKE, als Tochter der Hamburger Energiewerke. Die haben schon mehr als 70 Solaranlagen gebaut auf öffentlichen Dächern, sie haben aber noch viel mehr vor. Deren Plan und deren Ziel ist, dass in Zukunft jedes Jahr 100 neue Solaranlagen dazukommen sollen. Und Herr Kappe, weil Sie die HKE auch, sage ich mal, kritisiert hatten vorhin, wollte ich noch einmal einen wesentlichen Vorteil ansprechen, der noch nicht zur Sprache gekommen ist: HKE hat eine sogenannte Inhouse-Fähigkeit. Das heißt, die können von der Verwaltung direkt beauftragt werden, ohne dass es über das Ausschreibungsverfahren geht. Das heißt, der Hintergedanke war und ist, dass es eben sogar schneller geht, als wenn man es erst über ein Verfahren ausschreiben muss. Genau. Ich hatte schon gesagt, 100 neue Solaranlagen jedes Jahr plant HKE. Damit dieser Hochlauf gelingen kann, damit diese Skalierung klappt, brauchen sie als Unternehmen Planungssicherheit von uns, von städtischer Seite. Wir wollen daher mit unserem Antrag eine operativ-taktische Planung anstoßen und auch eine Priorisierung, welche öffentlichen Dächer HKE in den nächsten Jahren belegen soll. Denn wenn man als Unternehmen so eine klare Planung hat, kann man viel effektiver arbeiten, als wenn man immer auf Ad-hoc-Anfragen reagieren muss. Gleichzeitig ist auch klar, dass natürlich ein einzelnes Unternehmen, auch wenn es ein superengagiertes Unternehmen ist, nicht im Alleingang sämtliche öffentliche Dächer in unserer Stadt belegen kann. Vor allem nicht innerhalb von wenigen Jahren. Deshalb wollen wir mit unserem Antrag auch eine Planung dahingehend anstoßen, auch das hatte Herr Mohrenberg bereits angesprochen, was mit den Dächern passiert, die eben nicht von HKE belegt werden. Und da wir sehr viele öffentliche Gebäude in Hamburg haben, wollen wir jeweils mehrere Gebäude in einem Cluster bündeln. So eine Clusterung kann zum Beispiel anhand gleichartiger Eigenschaften erfolgen oder anhand von räumlicher Nähe. Cluster, das kennt man aus der Statistik, können ja auch mal unterschiedlich groß sein. Vielleicht gibt's ein Cluster, wo man 20 sehr ähnliche Gebäude drin hat, und dann gibt's ein anderes Gebäude, das ist so einzigartig, dass es halt mit keinem vergleichbar ist und dann sein eigenes Cluster bildet. Der große Vorteil ist aber, das birgt die Chance, dass man halt Zeit, Geld und Aufwand spart, weil man dann nicht bei jedem einzelnen Gebäude bei Null anfangen muss zu gucken, ob da jetzt eine Solaranlage aufs Dach kommt, sondern man hat eine Gruppe ähnlicher Gebäude, die man gemeinsam betrachten kann. Genau. Im nächsten Schritt wollen wir dann schauen, ob wir diese Cluster über Ausschreibungen an externe Solarinstallateure vergeben können. Das können private Unternehmen sein, das können aber auch zum Beispiel Bürgerenergiegenossenschaften direkt vor Ort im Quartier sein, wo die Menschen dann direkt vor Ort mitwirken können und auch direkt greifbar die Energiewende bei sich sehen. Dabei sollte mit den besonders gut geeigneten Dächern angefangen werden, damit wir schnell und effizient vorankommen. Also, ich halte es kurz: Hamburg hat noch viel zu tun, aber auch schon viel geschafft auf dem Weg zur Klimaneutralität. Jetzt kommt der Frühling so langsam, die Sonne kommt raus, da können und wollen wir noch viel mehr Solaranlagen installieren, damit in Zukunft noch viel mehr Kilowattstunden fließen bei dem schönen Wetter, was wir dann hoffentlich bald auch mal haben. Vielen Dank.

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