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Heike Sudmann

DIE LINKE 3:07 min Sitzungen 23/20

Ah, okay. Liebe Hamburgerinnen, liebe Hamburger. Irgendwie habe ich nicht so ganz verstanden, was eigentlich der aktuelle Anlass der CDU für die heutige Debatte ist. Allen Anschein nach sind Sie aus dem Winterschlaf aufgewacht, denn der NDR-Bericht, was ein wirklich toller NDR-Bericht war, vielen Dank an den tollen Redakteur, der so gut recherchiert, der NDR-Bericht ist sechs Wochen alt. Okay, Sie haben's auch gemerkt, nicht schlecht. Sie haben gemerkt, dass in dem Bericht darauf hingewiesen wird, dass es schon sehr komisch ist, dass ein Finanzsenator in Person selbst einen Bankenchef anruft, dass er nicht irgendwie seine Untergebenen beauftragt: "Klär doch mal, wie ist die Lage?" um zu sagen: "Bitte, bitte guck doch mal, ob das überhaupt geht." Das ist sehr erstaunlich. Und ich finde es sehr erstaunlich, dass SPD und GRÜNE mit keinem Wort darauf eingehen, dass es doch schon ein bisschen komisch ist, dass die Ex-Geschäftsführerin, Co-Geschäftsführerin der HafenCity Hamburg GmbH, die für diesen Elbtower verantwortlich ist, dass die jetzt genau in dem Unternehmen arbeitet, was die Nutzen-Kosten-Analyse macht, und sagt: "Gar kein Problem, das Naturkundemuseum dort unterzubringen." Das würde Ihnen doch auch normalerweise auffallen. Und Sie haben so schön gesagt: "Wir haben Fehler gemacht, wir merken das." Warum merken Sie das hier nicht? Also ich kann nur staunen. Aber ich kann auch nur staunen über die CDU, die über politische Einflussnahme spricht. Und ich staune, dass Sie nicht lieber schweigen. Weil ich habe echt gestaunt, als ich vor mittlerweile sechs, sieben Jahren einen Anruf bekam des ehemaligen Ersten Bürgermeisters Ole von Beust: "Frau Sudmann, ich bin jetzt tätig für – wie heißt er noch mal – Herrn Benko." "Und wollen wir nicht mal über den Elbtower reden?" Und irgendwie ein, zwei Jahre später der Anruf von Herrn Ex-Staatsrat Hill, beide CDU, die beide ihre Netzwerke nutzen. Wenn das keine politische Einflussnahme ist, frage ich mich, was das ist. Man könnte auch über einen Begriff reden, den die CDU gerne benutzt: "politischer Anstand", nämlich das nicht in Hamburg tätig zu werden, aber egal. Aber jetzt komme ich doch mal zur Regierung, der heutigen Regierung. Es gibt einen Staatsvertrag zum Naturkundemuseum. Ja! Ich habe nicht gefunden, wo in diesem Staatsvertrag steht, dass Hamburg verpflichtet ist, die allerallerteuerste Lösung für das Naturkundemuseum zu wählen. Nirgendwo steht, dass Sie 600 Millionen Euro dafür ausgeben sollen. Und wenn das, Frau Koeppen, wenn das der Schutz der Steuerzahler:innen ist, dass Sie das teuerste Modell nehmen, sage ich: Vielen Dank, gute Nacht Hamburg! So, und jetzt kommen wir zu dem Punkt "Abwarten". Abwarten – haben wir gemerkt, da kommt nix Gutes bei raus. Weil Sie setzen auf Vergessen. Sie setzen darauf, Herr Tschentscher, dass alle Hamburger:innen vergessen: "Kein Cent Steuergelder." Genauso setzen Sie darauf, dass beim Naturkundemuseum alle vergessen, dass Sie jetzt damit den Elbtower retten. Wir sagen: Deckel drauf, endlich Schluss mit diesem Größenwahnsinn. Lassen Sie uns über Modelle reden, die für die Stadt gut sind und nix anderes. Danke.

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