Marco Hosemann
Ja, sehr geehrte Präsidentin, liebe Hamburger:innen und Abgeordnete der demokratischen Fraktionen. Was lange währt, wird immer schlimmer. SPD und GRÜNE haben mit ihrer Entscheidung 2019, das Grundstück für den Elbtower trotz aller Warnungen an den windigen Investor René Benko zu verkaufen, unserer Stadt eigentlich schon genug Schaden zugefügt. Dass sie jetzt auch noch ihr Wort brechen wollen, sich nicht mit öffentlichen Geldern an der Fertigstellung der Bauruine zu beteiligen, macht den Schaden noch größer. Als der Milliardär Klaus-Michael Kühne die Stadt im Sommer 2024 aufforderte, die Hälfte des Elbtowers anzumieten, lehnte Bürgermeister Peter Tschentscher dies noch vehement ab. Ein halbes Jahr später machte der Senat dann die Kehrtwende, als der Investor Dieter Becken anbot, den Elbtower weiterzubauen, wenn das Naturkundemuseum dort einzieht. Der Senat hat im Januar 2025 bekannt gegeben, zu prüfen, ob ein Einzug in das Naturkundemuseum wirtschaftlich ist. Im Oktober 2025 gab er bekannt, dass er für 595 Millionen Euro fast die Hälfte des Elbtowers kaufen will und das die beste und billigste Variante sei. Der Senat behauptete, dass er auch andere Standorte für das Naturkundemuseum geprüft habe. Unsere parlamentarischen Anfragen und investigative Recherchen des NDR aus den letzten Monaten legen aber den Verdacht nahe, dass diese Prüfung nicht ergebnisoffen durchgeführt wurde. Dafür sprechen unter anderem diese Zahlen: Ein Quadratmeterpreis von 13.000 Euro, der von Expert:innen als viel zu hoch kritisiert wird und der zum Beispiel beim ehemaligen Gruner + Jahr-Gebäude mit 8.000 Euro, also 5.000 Euro weniger als im Elbtower, günstiger gewesen wäre. Die 46.000 Quadratmeter, die im Elbtower gekauft werden sollen, werfen auch Fragezeichen auf, denn ursprünglich war für das Naturkundemuseum ein Bedarf von 27.700 Quadratmetern festgestellt worden. Der Senat versucht offensichtlich, die Unterbringung des Museums im Elbtower als beste Lösung zu verkaufen, weil er die Bauruine loswerden will, für die er verantwortlich ist. Das schadet auch dem Vertrauen in die Demokratie und schadet auch dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wenn die Menschen da draußen sehen, dass überall gespart werden soll, aber für Prestigeprojekte wie Elbtower, Kühne-Oper und Olympia Milliarden rausgehauen werden sollen. Liebe SPD und GRÜNE, nehmen Sie bitte endlich Abstand von der geplanten Rettung des Elbtowers und lassen Sie uns gemeinsam eine Lösung auch eben für diese Bauruine finden. Und ich bin mir sicher, dass eine Lösung auch im Sinne des Gemeinwohls gefunden werden kann, denn auch das Naturkundemuseum kann an anderen Standorten günstiger und auch mit weniger Risiken realisiert werden. Vielen Dank.
