Hansjörg Schmidt
Liebes Präsidium, meine sehr geehrten Damen und Herren. In zwei Minuten wird man's nicht schaffen, ein Schiff zu recyceln. In zwei Minuten wird man's auch nicht schaffen, die Welt zu retten, das ist ganz klar. Aber es ist ein wichtiges Thema. Hintergrund ist: Wir hatten eine Selbstbefassung im Wirtschaftsausschuss vom Maritimen Cluster, wo die auch erzählt haben, wie wichtig dieses Thema des Schiffsrecyclings ist. Und wenn man sich dann noch mal eingehender damit befasst, dann merkt man auch, wo die Schwierigkeiten sind. Und wir alle kennen diese wahrlich dystopischen Bilder, wie in Südostasien unter menschenunwürdigen und umwelttechnisch katastrophalen Bedingungen große Schiffe in ihre Einzelteile zerlegt werden. Wir haben das auch gerade noch mal in der Berichterstattung vor dieser Debatte auch gesehen, wo dann wirklich das Altöl irgendwohin gegossen wird, diese Einzelteile zersägt werden, die Menschen, die dort arbeiten, keinerlei Arbeitsschutzbedingungen haben. Das ist etwas, das uns alle bewegt. Und deswegen glaube ich, dass es ganz klar ist: Dieses Ökodumping in der internationalen Schifffahrt, das muss ein Ende finden, meine Damen und Herren. Und es ist doch ganz klar: Wir hier in Hamburg tragen da auch ein Stück weit Verantwortung mit. Wir sind ein sehr bedeutender maritimer Standort. Wir machen uns auf den Weg. Das Thema Kreislaufwirtschaft ist auch im Hafenentwicklungsplan ein sehr wichtiges Thema. Und wenn man die Schifffahrt vom Anfang bis zum Ende denkt, gerade unter dem Stichwort Kreislaufwirtschaft, dann kommt man auch zum Thema Lebensende von Schiffen. Und dann ist Recycling etwas, was sehr, sehr wichtig ist. Und wenn man sich dann anguckt, wie das in Deutschland und in Europa seine Hürden hat, dann ist es eben sehr, sehr wichtig, dass wir als Standort uns hier gerade machen und sagen, die Regularien, die es da gibt, die sind teilweise so schwierig zu verstehen, dass es hier unter wirtschaftlich sinnvollen Bedingungen kaum möglich ist, so etwas zu machen. Und wir reden nicht über die Großcontainerschiffe, dafür haben wir hier gar nicht die Fläche in Deutschland, sondern wir reden über die Schiffe, die auch wir hier tagtäglich im Einsatz in unserem Hafen haben. Und auch die kommen irgendwann zu ihrem Lebensende. Und dann ist es wichtig, dass das eben hier in Deutschland stattfindet. Und dann auch gerade vor dem Hintergrund der Debatte um die Marine; auch da wird es sehr viel neue Schiffe geben, und dann werden alte Schiffe aus dem Dienst gestellt. Und dann ist es doch sinnvoll, dass wir gucken, wo werden diese Schiffe zerlegt. Und dann sollte das bitte in Deutschland oder zumindest in Europa stattfinden, damit wir hier eben auch einen Zugriff auf diese Sachen haben. Letzter Satz: Mir ist vollkommen klar, uns ist vollkommen klar, dass das kein Thema ist, gerade von den Flächen, was man hier im Hamburger Hafen alleine lösen werden kann, sondern wir als Standort machen uns stark für Deutschland, für Norddeutschland. Herr Schmidt, kommen Sie bitte zum Schluss. Und deswegen ist es ein Thema, das uns alle betrifft. Vielen Dank.
