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Martin Wolter

DIE LINKE 3:07 min Sitzungen 23/19

Ja, liebe Hamburger:innen, ich mache es anders. Ich hab ein schönes Beispiel. Olympia, Rechnungshof – warum ist das denn eigentlich so wichtig? Stellen Sie sich eine Familie vor: zwei Elternteile und vier Kinder. Sie wohnen in einem kleinen Haus, es muss einiges repariert werden, zum Beispiel das Dach. Das älteste Kind möchte gern zum Hurricane Festival, das zweitälteste Kind, ja, hätte mal gern ein neues Fahrrad. Für das drittälteste Kind soll die Schultüte gepackt werden, weil die Einschulungsfeier steht kurz bevor. Und das jüngste Kind möchte gerne mal schwimmen lernen und fragt nach einem kleinen Schwimmbecken im Garten und nach einer Person, die ihm das beibringt. Das Geld ist meistens knapp, doch die Familie hat etwas gespart – super! – für die notwendigen Maßnahmen und Wünsche der Familie. Rechnungshof ist hochzufrieden. Doch plötzlich fängt ein Elternteil an, von der Idee zu schwärmen, doch lieber eine einzige große Party mit dem gesparten Geld zu veranstalten. Alle sind eingeladen – also wirklich alle. Das sei eine tolle Idee. Der französische Onkel hätte das doch auch gemacht. Und alle, die da waren, die fanden das so toll. Und mit einer neuen Drohne wurde alles festgehalten. Und der Onkel, der habe natürlich jetzt reichlich Schulden, weil es war viel teurer als vorher gedacht, ne, aber die Bilder, die sind doch schön geworden! Ja, man könnte sogar einen Pool mieten und für die Kinder hinstellen. Dann könnten die, die noch nicht schwimmen können, anderen Menschen zugucken, wie die dann schwimmen. Der Pool, ja gut, Kostenfrage, muss danach wieder weg. Aber die Kinder haben gesehen, wie man schwimmt. Und mit der neuen Drohne, die dann übrig bleibt, ja, da kann die Familie hinterher jederzeit das kaputte Dach von oben anschauen. Ja, super! Herr Abgeordneter, gestatten Sie eine Zwischenfrage oder Zwischenbemerkung der Kollegin Timmermann? Wenn wir auf der Ebene die Diskussion in den nächsten Wochen führen, anscheinend haben Sie vor allem nur Klamauk dafür übrig. Wenn ich in Ihrem Bild bleibe, ist dann die Frage, wenn Oma und Opa auf einmal doch noch Geld dazugeben, was in dem Fall vielleicht der Bund wäre oder das IOC, wie sich dann die Finanzierung verändert. Aber dazu haben Sie ja keine Antworten, sondern wir können gern in den nächsten Wochen diese Diskussion weiter führen. Ich finde das äußerst schwierig, was Sie hier machen. Und einen Punkt, den Sie anscheinend nicht berücksichtigen: Wir reden über ganz viele Projekte – und das hat sich geändert –, die auf dem Weg bis 2040 wir sowieso machen. Und man kann die U5 ja schon sehen, die gebaut wird und die dort weitergehen soll. Wenn Sie meinen, das sind alles olympische sozusagen Kosten, dann rechnen Sie sowieso Ihre Zahlen so, wie Sie das gerne möchten. Wir werden da mit unseren Zahlen... Es ist jetzt in dem Fall nur ein Statement. Aber vielleicht berücksichtigen Sie Oma und Opa in Ihrem Bild auch noch. Vielen Dank. So, jetzt entscheiden Sie, welchem Elternteil würden Sie zustimmen? Der, der den Kindern die Wünsche erfüllen und das Geld in die Zukunft investieren will, oder dem, der es stattdessen in eine überdimensionierte Veranstaltung stecken will? Und zu welchem Schluss würde wohl der familiäre Rechnungshof kommen? Nein zu Olympia in Hamburg. Danke. Und wir brauchen natürlich die Zahlen, Leute. Das ist ja auch das... Ohne Zahlen geht's doch nicht!

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