Juliane Timmermann
Ja, liebe Alske Freter, also liebes Präsidium, liebe Hamburgerinnen und Hamburger, liebe Alske! Ich habe ungefähr zwei Drittel eben so streichen können, weil so ist es, wenn wir einen Bericht, den wir gemeinsam im Sportausschuss sozusagen bearbeitet haben, diskutieren. Trotzdem möchte ich ein paar Sachen noch mal hervorheben und auch wiederholen sicherlich, weil dieses Thema es auch verdient hat. Wenn wir heute über Inklusion und Sport sprechen, dann sprechen wir nicht nur über Trainingszeiten, Fördertöpfe oder Infrastruktur. Wir sprechen über eine Haltung, über Teilhabe und über die Frage, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen. Der organisierte Sport hat dabei eine besondere Kraft. Gerade im inklusiven Bereich ist seine Wirksamkeit außergewöhnlich hoch. Das zeigen – und das hat gerade Frau Freter auch erwähnt – Studien, die durchgeführt wurden nach den Olympischen Spielen von der OSZE mit über 15.000 Befragten. Die Zahlen wurden gerade genannt, ich will sie nicht wiederholen. Nur das, was das deutlich macht, ist, dass dort ein Signal ausgeht, das weit mehr als nur Inklusion bedeutet. Nämlich es bedeutet: Sichtbarkeit verändert Bewusstsein, Begegnung schafft Verständnis und Sport baut Brücken. Und deshalb sind Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg gut und richtig, um diese Ziele zu erreichen. Ich möchte mich dem Dank, den Alske Freter eben auch schon an den Hamburger Sportbund gerichtet hat, anschließen für meine Fraktion. Mit großem Engagement, mit Fachkompetenz und mit einem langen Atem treiben sie das Thema Inklusion voran. Die Unterstützung in Höhe von 140.000 Euro aus dem Sportfördervertrag zur Umsetzung des Aktionsplans ist ein klares Bekenntnis für Inklusion. Die Inklusiven Bewegungsinseln, der Helga Cup sind bereits erwähnt worden. Alles das sind Maßnahmen, die dazu beitragen, Inklusion in unserer Gesellschaft weiter voranzutreiben. Mit den Zielen 101 bis 107 ist der Inklusionssport zudem fester Bestandteil der "Active"-Strategie und damit nicht nur Symbolpolitik, sondern fest in den Strukturen der Hamburger Sportpolitik verankert. Besonders erfreulich ist auch der Blick auf die bereits geförderten Sportgruppen. Waren das zu Beginn 80 geförderte Gruppen, sind es heute etwa 180. Dass nach einigen Jahren auch einige sozusagen aus dieser Förderung ausscheiden, ist nicht, weil sie sozusagen es nicht mehr verdienen, sondern weil sie stabile Mitgliedschaften entwickelt haben. Dies ist ein Erfolg und zeigt: Förderung wirkt. Sie schafft Anschub, Stabilität und Selbstständigkeit. Gleichzeitig hat die Diskussion im Ausschuss auch deutlich gemacht, wo wir weiterarbeiten müssen. Denn Barrierefreiheit ist nicht nur die in Gebäuden, sondern, es wurde eben auch erwähnt, es ist zum Großteil das Thema Mobilität. Die Abholung von zu Hause, die Begleitung zum Sportangebot, persönliche Assistenz, Dolmetscherleistungen und vieles mehr entscheiden darüber, ob Teilhabe tatsächlich real wird. Dass wir mittlerweile einen Fördertopf für Dolmetscherleistungen haben, ist ein wichtiger und guter Schritt. Dass dieser aber noch nicht voll ausgeschöpft wird, zeigt zugleich auch ein Problem. Entscheidend ist Kommunikation und Transparenz von solchen Fördermöglichkeiten. Auch die Verteilung der Angebote in der Stadt – ist im Ausschuss deutlich geworden – ist sehr unterschiedlich. Ist in Eimsbüttel das Angebot breit und stabil, so besteht, das tut mir sehr leid, Herr Schumacher, in Harburg tatsächlich noch Ausbaupotenzial. Es verdeutlicht noch mal: Inklusion ist immer auch eine Frage von lokalen Strukturen und des Engagements vor Ort. In der politischen Debatte, die wir danach führten, auch über grundsätzliche Fragen, machten wir auch noch mal die Frage auf: Bringen Sportgroßereignisse etwas, wie zum Beispiel die Paralympischen Spiele? Bringen sie den Inklusionsgedanken weiter voran? Und unsere Auskunftspersonen beantworteten diese Frage mit einem klaren Ja. Ich glaube, wir sollten diese Diskussion nicht in Gegensätzen denken. Ja, Inklusion lebt vom Breitensport, vom wöchentlichen Training, von Identifikation und Vereinsleben. Aber Großveranstaltungen schaffen Aufmerksamkeit, Identifikation und Vorbilder. Sie holen das Thema aus der Nische und tragen es in die gesellschaftliche Mitte. Und entscheidend ist, dass wir diese Impulse danach aufnehmen. Gezeigt hat es die Rollstuhlbasketball- Weltmeisterschaft 2018, wie das gelingen kann. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam weitergehen, mit Wertschätzung für das bereits Erreichte, mit Entschlossenheit für das, was noch vor uns liegt, und auf dem Weg zu Paralympischen Spielen in Hamburg werden wir diese doch uns einenden gemeinsamen Ziele weiter voranbringen. Deshalb: Stimmen Sie am 31. Mai für Ja und für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Hamburg!
