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Lena Otto

SPD 3:05 min Sitzungen 23/19

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen. Minus 20 Grad, kein Strom, kein warmes Wasser. Es ist bereits um halb fünf draußen dunkel, und dann kommt der Bombenalarm. Klingt wie der Beginn eines Spielfilms, ist aber in den vergangenen Wochen bittere Realität für die Menschen in Kyjiw gewesen. Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ist klar: Dieser Krieg ist ein fortgesetzter Angriff auf die Menschlichkeit, auf Freiheit und auf unser Europa. Und es ist auch ebenso klar, dass Hamburg weiterhin an der Seite von Kyjiw steht. Solidarität mit den Menschen in der Ukraine ist in Hamburg gelebte Realität. Hier leben heute rund 43.000 Ukrainerinnen und Ukrainer in unserer Stadt. Und diese Zahl steht nicht für Überforderung, wie es die AfD gerade behauptet hat, sondern für eine gelebte Verantwortung. Sie steht auch für eine Integration, die insgesamt gut funktioniert. Viele dieser Menschen sind längst Teil unserer Gesellschaft geworden: als Nachbar:innen, Mitschüler:innen, Kollegen. Dass diese Solidarität trägt, zeigt sich besonders eindrucksvoll im Engagement unserer Zivilgesellschaft. Ein Beispiel, was vorhin auch schon erwähnt wurde, ist Hanseatic Help. Seit Beginn des Krieges organisiert der Verein kontinuierlich humanitäre Hilfe für die Ukraine. Aktuell die Kältehilfe, von Winterkleidung über Lebensmittel bis hin zu medizinischen Gütern. Hamburgerinnen und Hamburger spenden, damit Hilfe dort ankommt, wo sie dringend benötigt wird. Mit Spenden... Da kann man klatschen. Mit Spendengeldern aus Hamburg konnte zum Beispiel ein Daycare Center für vom Krieg betroffene Kinder errichtet werden mit psychologischer und pädagogischer Betreuung. Es handelt sich da um Kinder, die ihre Eltern im Krieg verloren haben. Das ist gelebte Menschlichkeit aus Hamburg für die Ukraine. Also danke an der Stelle an alle Hamburgerinnen und Hamburger für diese wichtigen Spenden. Daneben gibt es zahlreiche weitere Initiativen, Stadtteilgruppen, die Spenden sammeln, Vereine wie die Ukraine Hilfe Hamburg, die Begegnungen ermöglichen, Patenschaften organisieren und Menschen beim Ankommen und Leben hier in Hamburg unterstützen. Diese Beispiele zeigen: Die Unterstützung für die Ukraine ist weiterhin fest verankert in unserer Stadt. Dennoch ist es immer wieder wichtig, über diesen Krieg und die Menschen zu sprechen, trotz der allgemein sehr komplexen geopolitischen Weltlage, und sie niemals zu vergessen, denn nach vier Jahren ist es weiterhin Ziel von Russland, dass die europäische Solidarität schwindet. Das dürfen wir nicht zulassen. Hamburg steht an der Seite der Ukraine aus Mitgefühl, Menschlichkeit und politischer Verantwortung. Und diese Haltung brauchen wir, auch heute noch, im vierten Jahr dieses Krieges. Und so lange wird sie gebraucht, bis diese schreckliche Ungerechtigkeit beendet wird. Vielen Dank.

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