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Annika Urbanski

SPD 3:32 min Sitzungen 23/18

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren. Diese grausame Tat lässt Hamburg nicht los. Wo liegt der Sinn in dieser grausamen Tat? Wenn so was passiert, wenn wir keine nachvollziehbaren Erklärungen haben, dann merken wir, wie unser Sicherheitsgefühl verwundet ist. Nach solchen Ereignissen fühlen wir Angst, Wut und Hilflosigkeit. Wie hätte man das verhindern können? Die Aufgabe der Politik, der Regierung ist es, aufzuarbeiten und Lösungen zu finden. Senator Grote hat eben ausführlich dargelegt, was dieser Senat, diese Koalition alles macht und noch machen wird, um Taten zu verhindern. Das war wichtig und das möchte auch die Stadt hören. Aber wir merken auch, wie Lösungen uns nicht die Befriedigung geben, die wir erhofften. Ich bin Feuerwehrfrau und ich bin ausgebildet in Einsatznachbesprechungen. Diese grauenhaften Bilder, die Hilflosigkeit, die wir empfinden, die gehört für Einsatzkräfte zum Job. Für den normalen Bürger ist die Durchsage "Wegen eines vorangegangenen Feuerwehreinsatzes kommt es zu Verspätungen" eine nervige Notiz. Aber für Einsatzkräfte, wir wissen, was es oft bedeutet. Menschen, die keinen Ausweg mehr gesehen haben, haben aufgegeben. Nach belastenden Einsätzen nehmen wir uns immer Zeit zum Reden. Nicht über Ursachen, nicht über Schuld oder Maßnahmen. Wir reden darüber, was jemand gesehen hat, was ihn nicht loslässt. Und wir halten das gemeinsam aus, damit niemand mit diesen Bildern alleine bleibt. Es gibt keinen Sinn in einer sinnlosen, grausamen Tat. Nicht bei der Herkunft, nicht bei einer Gruppe. Was wir alle tun können, ist, psychische Krisen ernster nehmen und uns bedanken bei allen Einsatzkräften, bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Hochbahnwache, Leitstelle, Seelsorger:innen. Und da sein für den Bahnfahrer, für die Passanten und die Angehörigen von Asal. Und ich möchte einen Satz an die richten, die gerade still zuhören und vielleicht selber kämpfen. Depression, Angst, Traumata und Verzweiflung sind ein harter Kampf. Ich bin stolz auf jeden, der nicht aufgibt und sich Hilfe holt. Statt den Schmerz in Alkohol zu ertränken oder in Hass, Gewalt oder wie in diesem Fall Mord zu verwandeln. Vielen Dank.

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