Eugen Seiler
Sehr geehrtes Präsidium, werte Abgeordnete und Zuschauer. Was soll ich zu diesem Antrag sagen? Es gibt gute Anträge, es gibt schlechte Anträge. Und es gibt Anträge der Linken. Das ist eine Extrakategorie. Sie fordern ein Grundeinkommen von 1.500 Euro für Künstler*innen mit Sternchen. Das Wort "Künstler" ist übrigens nicht geschützt. Wer ist für Sie ein Künstler? Reicht ein Facebook-Account aus oder Graffiti im Hinterhof? Wenn dieser Antrag durchgeht, könnte ich theoretisch nach der Bürgerschaftssitzung nach Hause gehen, ein hässliches Bild malen, welches keiner haben will, mich zum Künstler erklären und die 1.500 Euro monatliche Prämie für drei Jahre kassieren. Vermutlich sollen die Besetzer der Roten Flora zu Künstlern erklärt werden, das ist der Hintergrund. Sie setzen keinerlei Leistung oder Kriterien voraus. Das ist ganz typisch für Die Linke. Dabei leben echte Künstler nicht von Almosen, sondern von Nachfrage, von Publikum, von Anerkennung. Wer soll das Ganze finanzieren? 300 Künstler, 1.500 Euro monatlich, auf drei Jahre verteilt – sind über 16 Millionen Euro. Dazu kommen noch Kosten für Ausschreibung, Auswertung und so weiter. Finanzieren sollen dieses sinnlose Projekt die Handwerker, die Pflegekräfte und andere fleißige Bürger, die früh morgens aufstehen und den ganzen Tag arbeiten gehen. Ja, Sie lachen gerade. Nicht mit der AfD! Wir sagen ganz klar Nein zu Ihrem Antrag. Vielen Dank.
