Dr. Sabine Ritter
Zweite Runde. Ja, was Frau Stöver gesagt hat, dem möchte ich einfach auch noch mal zustimmen. Es gibt Lücken, auch wenn Herr Hansen in seinem Beitrag jetzt eigentlich wie die Beantwortung der Großen Anfrage ganz viele Konzeptideen vorgetragen hat, aber eben tatsächlich nicht so wirklich die Praxis. Über die Zahlen will ich mich jetzt nicht streiten. Ich will sagen, dass es aufgrund unserer Anfrage tatsächlich noch zweieinhalb weitere Kritikpunkte gibt, die ich auch noch erwähnen möchte an dieser Stelle. Wenn es nämlich – das hat Frau Stöver schon angemerkt, und ja, da hakt es – wenn es um Praktikumsbetriebe als integrierte Lernorte geht, dann zieht sich der Senat auf ein konzeptionelles Ideal zurück, so wie es auch Hansen getan hat, kann aus der Praxis aber relativ wenig liefern oder gar Zahlen nennen. Das theoretische Ideal stößt aber massiv an seine Grenzen, wenn zum Beispiel ganz wirklich Mentor:innen feststellen, dass es kaum Spracherwerb in der betrieblichen Praxis gibt, es auch scheinbar aus der Not heraus häufig vorkommt, dass das Praktikum in muttersprachlichen Betriebsstätten absolviert wird. Und es gibt noch weitere Punkte, zum Beispiel die auf dem Papier so wunderbar existierende Binnendifferenzierung im Unterricht der IVK-Klassen, also der Internationalen Vorbereitungsklassen, wo es auch Probleme gibt, die man dringend anschauen sollte. Viele Antworten in unserer Großen Anfrage beinhalten, das ist mein Punkt, wolkige Leerstellen, idealtypische Konzepte. Die Realität ist – da bin ich bei Frau Stöver, und das wissen wir – über weite Strecken eine andere, die wir dringend, dringend ändern müssen. Das ist eine offene Stadtgesellschaft ihren Jugendlichen schuldig. Danke.
