Benjamin Mennerich
Verehrtes Präsidium, meine Damen und Herren! Worum geht es hier eigentlich? Die Frage ist ja nach den Zuständen in diesen Ausbildungsvorbereitungsklassen oder in den internationalen Vorbereitungsklassen. Und kurz zusammengefasst: Da kann man jetzt natürlich wieder Zahlenjonglistik betreiben, ungefähr zwei Drittel der Schüler in diesen Klassen stammen aus Afghanistan, Syrien oder der Ukraine. Ungefähr 10 Prozent, das war jetzt meine überschlägige Schätzung aus den Unterlagen, die uns da vorgelegt wurden, erreichen tatsächlich nur jährlich das angestrebte Ausbildungsziel, also das Sprachniveau. Und die Anzahl der Abschiebungen, nach der aus irgendeinem Grund in diesem Kontext auch noch mal gefragt worden ist, wird nicht erfasst, ich kann so viel dazu sagen, ist de facto auch nicht existent, wird ja nirgendwo durchgeführt. Davon abgesehen ist aber die eigentliche Frage nicht: Wie steht es denn um diese Klassen und wie gut funktioniert denn die Sprachausbildung dort? Die Frage ist doch: Warum brauchen wir solche Klassen überhaupt? Wie sind wir als Land in eine Situation geraten, in der wir in einer Migrationskrise stecken, die es notwendig macht, solche Klassen überhaupt erst einzurichten? Und das ist das Problem, das sich uns als Gesellschaft stellt, dass wir diese Zustände wieder verändern müssen, dass wir es wieder schaffen, alle Schüler in unserem Land im Regelschuldienst so einzuspleißen, dass sie den Bildungsabschluss erreichen, den wir von unseren Schülern hier auch gerechtfertigterweise erwarten dürfen. Denn, so wie es hier eben kurz angedeutet wurde: Wir müssen aufpassen, dass uns niemand verloren geht. Meine Damen und Herren, uns gehen hier jedes Jahr Hunderte, wenn nicht Tausende von Schülern "verloren", weil sie eben nicht erfolgreich durch unser Bildungssystem hindurchgeleitet werden können. Und die Ursachen dafür liegen erkennbar in einer Migrationskrise. Die sollten wir zuallererst einmal lösen, und dann werden solche Vorbereitungsklassen auch wieder unnütz. Vielen Dank.
