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Dr. Sabine Ritter

DIE LINKE 2:26 min Sitzungen 23/16

Ich versuche, das zu erklären. Sehr geehrtes Präsidium, liebe Kolleg:innen! Stellen Sie sich vor, Ihr Kind muss in einem ganz anderen Land einen Neuanfang machen. Was wünschen Sie sich für Ihr Kind? Sicherheit, klar, eine gute Lebensgrundlage und, damit es gute Entwicklungschancen hat, zügigen Spracherwerb. Bei der dualisierten Ausbildungsvorbereitung, lieber Deniz, für jugendliche Migrant:innen, kurz AvM-Dual, scheint es ziemliche Probleme zu geben. Zwar verweist der Senat darauf, dass zuletzt von 571 abgelegten DSD I, also Sprachabschlussprüfungen, nur rund 22 Prozent unter dem Niveau A2 landeten. Allerdings werden – und das ist viel Wasser in den Wein – von den über 2.100 Schüler:innen nur überhaupt ungefähr ein Viertel zur Sprachprüfung angemeldet. Das ist beklagenswert wenig. Wer Deutsch auf A2 Niveau kann, versteht einzelne Sätze oder kennt die geläufigsten Wörter. Das reicht aber hinten und vorne nicht für eine Ausbildung in der Pflege oder im Handwerk. Zwischen den Zeilen lässt sich erkennen, und die Praktiker:innen aus Jugendberufsagentur und Beratungseinrichtungen bestätigen uns das, dass allzu häufig nach dem Besuch von AvM-Dual, also anschließend an die absolvierte Ausbildungsvorbereitung, sich also was anschließt? Richtig, ein Sprachkurs. Und so hat AvM-Dual jedes Potenzial, Frustration auch bei den motiviertesten Jugendlichen zu erzeugen. Ich finde, AvM-Dual muss konzeptionell angegangen, Kritik und Frust der Lehrenden und der Jugendlichen gehört und ernst genommen werden. Zum Beispiel, und das ist unsere wichtigste Forderung, zum Beispiel gehört der Spracherwerb dem allgemeinen Unterricht vorgeschaltet. Soviel zunächst, mehr in der zweiten Runde. Vielen Dank.

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