buergerschaft.de ↗

Maryam Blumenthal

Senatorin 4:04 min Sitzungen 23/16

Ja, herzlichen Dank. Sehr geehrte Damen und Herren! Ich hab mich jetzt ehrlich gesagt noch mal gemeldet, um nicht stehenzulassen, dass es bei Start-ups aus dem Wissenschaftsbereich darum geht, Forschungsergebnisse an die Privatwirtschaft zu verticken. Sondern es geht darum: Wenn wir über wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sprechen, dann müssen wir uns fragen, was bedeutet eigentlich "Made in Germany" heute? Was bedeutet "Made in Germany" eigentlich in Zukunft? Was bedeutet das für Hamburg? Die Antwort, die liegt in wissensintensiven, forschungsbasierten Produkten und Dienstleistungen. In einer globalisierten Wissensökonomie entscheidet sich der Erfolg an Standorten heute eben zunehmend daran, wie gut es eigentlich gelingt, exzellente Forschung in konkrete Anwendungen zu überführen, neue Technologien und marktfähige Geschäftsmodelle zu überführen, wie gut es gelingt, und das hat nichts mit Verticken von Forschungsideen und Forschungsergebnissen zu tun, aber es geht darum, wie gut es uns gelingt, kluge Köpfe und innovative Ideen nicht versanden zu lassen. Denn wer wettbewerbsfähig sein will, muss Ausgründungen ermöglichen. Und ich glaube, es ist im Interesse von niemandem von uns, wenn wir uns in allen Bereichen von China, Russland oder den USA überrollen lassen, sondern es geht darum, dass wir uns unabhängig machen. Und das kann nur über die Wissenschaft und über die Forschung passieren. So, und die Bedeutung der Wissenschaft für unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit ist längst leider, wie wir's auch hier wieder hören, nicht überall angekommen. In Hamburg forcieren wir aber genau das schon politisch seit sehr Langem, und zwar sehr erfolgreich. Und das tun wir im Übrigen schon sehr lange auch zusammen mit den Hochschulen und den Forschungseinrichtungen, ohne sie in starre Vorgaben zu zwingen. Nämlich unter anderem sind unsere Hochschulen – die Universität Hamburg, die TU Harburg, die HAW, das UKE und so weiter und ganz viele weitere Forschungseinrichtungen – gemeinsam seit Jahren im Hamburger Patentverbund eng miteinander. Sie arbeiten gemeinsam mit der Patentverwertungsagentur Hamburg zusammen, entwickeln die Bedingungen, Richtlinien für die Ausgründungen kontinuierlich weiter. Und erlauben Sie mir vielleicht, noch 30 Sekunden zu nutzen, um einmal eine Idee davon zu geben, was hier auch in zahlreichen Ausgründungen aus Hamburg heraus eigentlich entsteht. Wir sind in so vielen Bereichen Vorbild, international wettbewerbsfähig. WiredSense entwickelt hochsensible Detektoren für die Materialprüfung und -analyse. traceless materials, ein aus der TU im Übrigen gegründetes, hervorgegangenes Bioökonomie-Start-up, hat ein vollständig kompostierbares Material aus pflanzlichen Reststoffen entwickelt. Wir haben im Bereich der Krebsdiagnostik, im Bereich der Gesundheitsforschung und auch Gesundheits-Start-ups zahlreiche Medtech-Spin-offs, die sich aus dem UKE gegründet haben. Nicht zuletzt möchte ich hier noch einmal das DESY erwähnen und natürlich auch PETRA III, weswegen ja auch wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, wenn es um die Weiterentwicklung am DESY geht mit dem PETRA IV. Also wir haben wirklich viele, viele Ausgründungen, vieles, vieles aus der Wissenschaft, aus der Forschung erreicht, gemeinsam mit diesem Forschungsstandort, mit dem Wissenschaftsstandort im Wissenschaftsverbund hier am Standort. Und daher kommt dieser Antrag natürlich genau richtig. Es geht darum, die Rahmenbedingungen zu verbessern, sie zu vereinfachen und zu unterstützen, gerade auch im Bereich der gemeinsamen Lösungsfindung, auch der Patentverwertung. Und wir begrüßen den Antrag als Senat sehr. Und ich bin mir sehr sicher, dass wir genau die Intention des Antrags aufgreifen werden und gemeinsam an noch weiteren guten, effizienten Rahmenbedingungen arbeiten werden. Vielen Dank.

Rede ansehen ↗