Marco Hosemann
Ja, sehr geehrte Präsidentin, liebe Hamburger:innen und Abgeordnete der demokratischen Fraktionen. Lange wurde die NS-Vergangenheit des Hannoverschen Bahnhofs in Hamburg verschwiegen und verdrängt. Über 8.000 Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma wurden von dort in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. 1933... Nee, nicht 1933, 1993 rückte die deutsch-jüdische Gesellschaft den Hannoverschen Bahnhof mit einer Gedenktafel am Hauptbahnhof als Tatort ins öffentliche Bewusstsein. Mit der Planung der HafenCity forderten Verfolgtenverbände und Initiativen eine angemessene Erinnerung. Daraufhin wurde 2008 der Bau eines Gedenkortes und eines Dokumentationszentrums am Lohsepark beschlossen. Während der Gedenkort 2017 eröffnet wurde, ist die Eröffnung des Dokumentationszentrum, die ursprünglich für 2013 geplant war, immer noch nicht absehbar. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass der Senat die Verantwortung für den Bau an einen privaten Investor übertrug. Der wollte das Dokumentationszentrum im Erdgeschoss eines Bürogebäudes unterbringen. Als jedoch bekannt wurde, dass die Büroflächen darüber an das NS-belastete Unternehmen Wintershall Dea vermietet werden sollte, kam es zu massiven Protesten. Daraufhin einigten sich Senat und Investor darauf, ein eigenständiges Gebäude an anderer Stelle für das Dokumentationszentrum zu errichten. Fertigstellung und Eröffnung waren für 2026 geplant. Doch bis heute wurde noch nicht einmal mit dem Bau begonnen. Eine Anfrage der Linksfraktion enthüllte, dass dort wegen eines Streits über Spendenquittungen seit über einem Jahr gar nichts passiert ist. Gerade in Zeiten, in denen es immer weniger Zeitzeug:innen gibt und sich die Geschichte mit dem Erstarken von rechtsextremen Kräften wie der AfD zu wiederholen droht, braucht es solche Orte, die uns vor Faschismus und Krieg mahnen. Daher fordern wir in unserem Antrag den Senat auf zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen die Stadt... Was habe ich gesagt? - <i>Salat.</i> - Salat. Nee, den Senat meine ich, nicht Salat. Auch wenn Salat gesünder ist, aber gut. Gerade in Zeiten... Ach so. Daher fordern wir in unserem Antrag den Senat auf zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen die Stadt die Errichtung des Dokumentationszentrums Hannoverscher Bahnhof selbst übernehmen kann. Der Senat muss einen Plan vorlegen, wie das Dokumentationszentrum bis 2027 realisiert werden kann. Das Projekt duldet keinen Aufschub mehr. Bitte stimmen Sie unserem Antrag in der Sache oder die Überweisung in den Kulturausschuss zu. Haben Sie quasi schon abgelehnt. Schade! Dabei haben wir ja vorhin gehört, dass der Kulturausschuss eigentlich Themen bräuchte, über die man, ja, sich mal beraten könnte. Natürlich ist ein sehr wichtiges Thema. Dass Ihnen das nicht gefällt, ist mir schon klar, Herr Nockemann. Vielen Dank.
