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Baris Önes

SPD 3:33 min Sitzungen 23/14

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen. Kein Mensch wählt die Straße als Lebensweg. Die Straße ist gefährlich, Obdachlose sind vielen Gefahren und Risiken ausgesetzt: Hasskriminalität, chronische Gesundheitsprobleme oder die permanente Isolation. Deswegen ist es bemerkenswert und wichtig, dass Hamburg und die Zivilgesellschaft Herz zeigen und sich für obdachlose Menschen einsetzen. Ihnen gilt unser Dank. Natürlich muss man den Bericht differenziert betrachten. Sehr wohl haben wir festgestellt, dass 52 Prozent der Obdachlosen ihren Gesundheitszustand als weniger gut oder gar schlecht angeben. Im Vergleich zu vorherigen Erhebungen ist das eine Zunahme um 20 Prozent. Das ist besorgniserregend. Ich möchte auf drei Punkte eingehen, die ich an dieser Stelle hervorheben möchte. Die Verschiebung der Suchterkrankungen von Alkohol hin zu Drogen. Die Befragung hat im Februar 2024 stattgefunden. Seitdem ist viel geschehen. Frau Warnecke hat eben die Repsoldstraße angesprochen. Wir als Obleute vom Sozialausschuss waren im September dort und konnten sehen, was da Tolles geschaffen wurde. Da wird Menschen geholfen. Sie haben eine Übernachtungsstelle. Wir versuchen, die Menschen, die Hilfe brauchen, zu stabilisieren, damit sie ihre Süchte überwinden können. Und dafür gilt auch unser Dank. Und wir können auch sehen, dass es einen Anstieg bei den psychischen Erkrankungen gibt. Deswegen ist es wichtig, dass im kommenden Jahr eine psychiatrische Ambulanz in der Repsoldstraße geschaffen wird. Das wird auch sehr wichtig sein und helfen. Sie sehen, wir setzen hier bundesweit Maßstäbe. Das muss auch mal gesehen werden. Und was ich gut finde, ist, dass bei den Befragungen der Obdachlosen auch nach den Wünschen gefragt wurde. Und da haben viele angegeben, dass sie sich eine bessere Trinkwasserversorgung wünschen. Und, viele von Ihnen können sich dran erinnern, Rot-Grün hatte im September hier einen Antrag eingereicht und darüber diskutiert und auch ihn verabschiedet, dass wir in Zukunft flächendeckend Trinkwasserbrunnen schaffen möchten. Und diese sollen auch gut zugänglich sein für obdachlose Menschen. Sie sehen, wir reden nicht nur, wir handeln. Und dritter und letzter Punkt: 76 Prozent gaben an, in den letzten sechs Monaten medizinische Hilfe in Anspruch genommen zu haben. Das zeigt, die medizinischen Angebote der Stadt sind bekannt, was natürlich wichtig ist. Gleichzeitig wurden dort auch Probleme festgestellt: Es gibt Zugangsbarrieren. Da geht es um Diskriminierung, da geht es um Ablehnung. Und viele haben leider keine Krankenversicherung. Hamburg setzt sich bundesweit dafür ein, dass auch Menschen ohne Leistungsansprüche einen besseren Zugang bekommen zur regulären Krankenversorgung. Das ist auch natürlich sehr unterstützenswert. Und ich muss sagen, ich schätze wirklich den Umgang und die Diskussion bei uns im Sozialausschuss sehr. Deswegen freue ich mich auch über die Debatte, über den Bericht. Wir haben in Hamburg ein sehr gutes und differenziertes Hilfesystem. Das heißt aber nicht, dass wir es nicht verbessern können. Dazu wird auch dieser Bericht beitragen. Und da können wir uns natürlich auch über die Frage unterhalten, ob und wie in Zukunft solche Gesundheitsbefragungen stattfinden sollen. Ich finde sie auf jeden Fall sehr konstruktiv. Vielen Dank.

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