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Dietrich Wersich

CDU 3:24 min Sitzungen 23/14

Herr Präsident, meine Damen und Herren. Vielleicht kurz ein Beitrag zu den Beiträgen der Linken. Herr Hosemann, die Ablehnung dieser Oper ist absolut legitim im demokratischen Spektrum. Aber die Art und Weise, mit der Sie mit Aktivisten Themen aufladen, Kolonialismus und Nationalsozialismus in jede solche Entscheidung hineinbringen, das ist ein Missbrauch dieser Themen und das schadet der Akzeptanz, der ernsthaften Diskussion über diese Themen. Und es ist politisch sehr durchsichtig. Und dass Sie sich als Speerspitze der allgemeinen Bevölkerung verstehen, ist, glaube ich, weder von Umfragen noch von Ihren Wahlergebnissen her legitimiert. Herr Senator Brosda, ich finde Ihre Begeisterung und den Einsatz für die neue Oper ehren- und lobenswert. Und trotzdem muss ich auf die Kommunikation zu sprechen kommen. Erst nachdem Kühne seine Opernidee präsentiert hat, haben Sie in der Öffentlichkeit die Probleme des gegenwärtigen Standortes öffentlich gemacht. Und es gab auch keinerlei Vorsorge für diese Situation, die Sie uns heute an der Oper schildern. Und im Gegensatz dazu sind Sie gleich auf die kommunikative Überholspur gegangen, indem Sie die vorliegenden Schätzungen des Sanierungsbedarfes mal gleich auf 1 Milliarde hochgezoomt haben, weil Sie gleich eingepreist haben, dass die öffentliche Hand in Hamburg nicht zum kostenstabilen Bauen in der Lage ist. Dieser Doppelklang der Kommunikation, dieser Hurra-Stil, hat durchaus dazu beigetragen, dass manche in der Stadt dieses Projekt kritischer sehen, als es notwendig gewesen wäre. Und man fragt sich tatsächlich, was hätten Sie eigentlich mit der Oper gemacht, wenn es nicht Kühne gegeben hätte? Meine Damen und Herren, inhaltlich, auch aus kulturpolitischer Sicht, will ich noch mal sagen, die neue Oper ist eine riesige Chance für Hamburg, für unsere Musikstadt, für unsere Kulturstadt, für einen bedeutenden Neubau mit internationaler Ausstrahlung, für einen Ort, der von allen Menschen genutzt und erlebt werden kann, der uns Impulse für Tourismus und die internationale Bedeutung Hamburgs gibt. Und es ist eine riesige Chance, mit einer klugen Anbindung und Einbindung am Baakenhöft, unsere Vision der Kulturperlen von der Elbphilharmonie über die Oper, das Hafenmuseum, das Naturkundemuseum und das Maritime Museum miteinander zu verbinden und wirklich diesen Kulturstandort Hamburg zu profilieren. Ein Gebäude ist aber immer nur eine Hülle, und deswegen ist es, glaube ich, auch für uns alle eine Verpflichtung, in der Zukunft dafür zu sorgen, dass auch der Inhalt unserer Oper Weltspitze ist, genau wie die Elbphilharmonie auch. In diesem Sinne unterstützen wir mit vollem Herzen und hoffen, dass die vielen Schwierigkeiten, die auf dem Weg noch sind, bewältigt werden können für die neue Oper im Hamburger Hafen.

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