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Eugen Seiler

AfD 4:19 min Sitzungen 23/14

Sehr geehrtes Präsidium, werte Abgeordnete und Zuschauer! Der Nebel lichtet sich langsam, die vorläufigen Zahlen liegen bereits vor, und es gibt einen Entwurf für das neue Opernhaus. Aus meiner Sicht haben wir nun drei Möglichkeiten. Die erste: Beim alten Opernhaus nur die nötigsten Sanierungen durchführen und die Probleme etwa zehn Jahre in die Zukunft verschieben. Keine gute Lösung, da die Kosten später noch höher sind und uns die Option mit der Kühne-Stiftung nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Das alte Opernhaus... Zweitens: Das alte Opernhaus umfassend sanieren. Hier müssen wir bedenken, es ist ein altes Gebäude, teils mit Asbest belastet und für die neue Technik nicht ausgelegt. Hier wären die Kosten bei etwa 1,5 Milliarden Euro. Dann gibt es die dritte Option, die unsere AfD-Fraktion derzeit bevorzugt. Das alte Opernhaus wird notsaniert, ohne dass der Betrieb vollständig eingestellt wird. Am Baakenhöft wird das Gelände von der Stadt aufbereitet, und die Kühne-Stiftung baut dort eine neue Oper. Das Beste an diesem Deal ist: Wenn die Baukosten steigen, werden diese von der Kühne-Stiftung übernommen. Das heißt, die Stiftung wird bestrebt sein, das Gebäude zeitig fertigzustellen. Der vorliegende Entwurf für die neue Oper ist natürlich eine Geschmackssache. Aber seien wir mal ehrlich, wenn wir ein Foto der aktuellen Oper unseren Hamburgern zeigen, bin ich mir recht sicher, dass vermutlich die meisten diese gar nicht zuordnen können. Von Touristen rede ich schon gar nicht erst. Denn so oder so ähnlich sehen auch viele Bürogebäude aus auf der ganzen Welt. Die neue Oper aber hätte einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Sie wäre so auf der Welt einzigartig. Die Entscheidung, das historische Haus am Gänsemarkt nicht aufzugeben, sondern als zweiten Standort für Kultur und Begegnung zu erhalten, ist der richtige Weg. Manchmal bietet sich einer Stadt eine Gelegenheit, die man ohne Übertreibung als historische Chance bezeichnen darf. Der vorliegende Antrag beschreibt genau einen solchen Moment. Wir reden darüber, ob Hamburg den Mut hat, seinen kulturellen Rang als Weltstadt im 21. Jahrhundert neu zu definieren. Die AfD-Fraktion... Als AfD-Fraktion sagen wir dazu aus voller Überzeugung: Ja, wir haben diesen Mut. Und wir greifen diese Chance mit beiden Händen. Das Projekt einer neuen Oper am Baakenhöft ist ein Paradebeispiel dafür, was möglich ist, wenn private Initiative und städtische Verantwortung Hand in Hand gehen. Dass die Kühne-Stiftung bereit ist, diesen Neubau maßgeblich zu finanzieren, ist ein Glücksfall, wie er in der deutschen Kulturlandschaft seinesgleichen sucht. So kennen wir unsere Hanseaten. Wer so ein Geschenk ausschlägt oder zerredet, der handelt fahrlässig gegenüber der Zukunft unserer Stadt. Wir vollenden damit die Entwicklung unseres neuen Stadtteils nicht mit einem weiteren Bürokomplex, sondern mit einem öffentlichen Ort der Begegnung direkt am Wasser, weithin sichtbar. Mit der neuen Oper setzen wir das zweite Ausrufezeichen an der Elbe. Ein Signal, das international verstanden wird. Hamburg spielt in der Champions League der Kulturmetropolen. Natürlich müssen wir über die Folgekosten sprechen. Das gehört zur Ehrlichkeit dazu. Ein geschenktes Haus muss am Ende auch betrieben werden. Aber wir sehen diese Ausgaben als Investition in die Zukunft. Meine Damen und Herren, wir haben jetzt die Verantwortung, dieses Projekt zügig und professionell auf die Schiene zu setzen, keine endlosen Debatten und ohne Trägheit der letzten Jahre. Stimmen wir dieser Drucksache zu, bauen wir dieses Haus. Und dass die Antifa hier irgendwas unterschrieben hat, dass das nicht gebaut wird, also darauf gehe ich jetzt gar nicht erst ein. Vielen Dank.

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