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Marco Schulz

AfD 2:11 min Sitzungen 23/13

Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kollegen. Seit Jahren hören wir es aus dem Handwerk, der Pflege und in vielen Dienstleistungsbereichen, immer die gleiche Klage: Es fehlt an Nachwuchs. Nicht an guten Konzepten oder bunten Broschüren, sondern an jungen Menschen, die sich vorstellen können, in diesen Berufen Verantwortung zu übernehmen, gerne dauerhaft. Gleichzeitig sehen wir Schulpraktika, die oft völlig an den, ja, tatsächlichen Bedürfnissen der Wirtschaft vorbeigehen. Viele Schüler landen dort, wo es bequem ist, nicht dort, wo sie wirklich gebraucht werden. Das hilft weder ihrer persönlichen Entwicklung noch den Betrieben. Wenn wir also wollen, dass junge Menschen Berufe ausprobieren, in denen Hamburg tatsächlich händeringend Fachkräftenachwuchs sucht, dann müssen wir sie auch gezielt motivieren. Genau das tut unsere Praktikumsprämie, die wir hier vorschlagen. Diese Prämie ist eben kein Geschenk, sondern ein Anreiz, eine Einladung, Zukunft ernst zu nehmen. Sie belohnt jene Schüler, die Verantwortung zeigen und ihr Praktikum in einem Mangelberuf entsprechend absolvieren. Das ist praktische Berufsorientierung statt bloßer Theorie. Andere Bundesländer wie Sachsen-Anhalt haben gezeigt, dass dieses Modell durchaus funktionieren kann. Dort erhalten Schüler bis zu 120 Euro pro Woche. Und das Interesse an Handwerks- und Pflegeberufen ist dort deutlich gestiegen. Warum sollte Hamburg hier also zurückstehen? Denn Praktika sollten nicht als Pflichtübung verstanden werden, sie sind die erste echte Begegnung mit der Arbeitswelt. Hamburg kann es sich daher auch nicht leisten, den Fachkräftemangel hier weiter zu ignorieren. Fangen wir also heute gemeinsam an, Menschen für Mangelberufe wie im Handwerk und der Pflege zu motivieren, statt weiter lediglich zuzugucken und diese immer weiter und stärker zu verlieren. Vielen lieben Dank.

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