Mareike Engels
Herr Präsident, verehrte Kolleg:innen! Wer mit freiwillig Engagierten hier in dieser Stadt von der Selbsthilfegruppe über Nachbarschaftschöre, Sportgruppen oder Migrant:innenselbstorganisationen bis hin zu zivilgesellschaftlichen, politischen Gruppen in Kontakt steht, der weiß, es sind immer alle auf der Suche nach Räumen. Dies ist die große Herausforderung, wenn man eine gute Idee hat oder sonst sich irgendwie zusammentun möchte. Wo können wir das besprechen? Wo können wir zusammenkommen? Und zwar so, dass die Miete nicht schon das gesamte Budget oder das vielleicht nicht vorhandene Budget unseres Engagements aufbraucht. Und dies war eben auch bei der Fortschreibung der Engagementstrategie ein immer wieder genanntes wichtiges Thema, um das freiwillige Engagement in dieser Stadt zu fördern. Ich erinnere mich noch selber an die Beteiligungsworkshops, wo das immer wieder angebracht wurde. Und deswegen hat die Stadt zusammen mit dem Landesnetzwerk AKTIVOLI und der BürgerStiftung das "Haus des Engagements" ins Leben gerufen. Und seit einiger Zeit bietet dieses Haus nun schon Gruppen Räume, Vernetzung und Beratung, aktuell im betahaus in der Sternschanze. Und ganz bald wird das Neue Amt im Herzen von Altona fertiggestellt, und das "Haus des Engagements" kann dort eine endgültige Heimat finden. Mit diesem Antrag wollen wir sicherstellen, dass die nötige Unterstützung für den Umzug bereitsteht und der Start im neuen Zuhause gut gelingen kann. Der eigentliche Kern dieses Projekts neben dem großartigen Haus, das hier entsteht, ist ein Dreiklang, auf den ich kurz eingehen möchte. Erstens, es geht um Menschen, die sich freiwillig für die Gesellschaft engagieren, in ihrer Freizeit, ohne Bezahlung. Menschen aller Herkunft, Berufe und Lebenslagen, die mit Empathie und Tatkraft unser Zusammenleben gestalten. Im Sport, in der Feuerwehr, in der Flüchtlingshilfe, in der Pflege, im Naturschutz, in der sozialen Hilfe, in der Katastrophenhilfe. Engagement in Hamburg ist vielfältig. Und das ist auch gut so! Und das Engagement ist unbezahlbar. Es ist elementar für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt und verdient unsere volle Unterstützung. Zweitens, mit der Engagementstrategie, die Rot-Grün 2019 auf den Weg gebracht hat, schaffen wir die notwendigen Rahmenbedingungen. Mit der Engagementkarte, mit verbesserten Beratungsangeboten und einem Fokus auf marginalisierte Gruppen. Der Antrag der CDU-Fraktion ist daher überflüssig. Die Engagementstrategie existiert und sie befindet sich in Umsetzung. Und dafür ist es dann notwendig, konkret zu werden, so wie wir es mit diesem Koalitionsantrag tun. Weitere Punkte müssen und werden noch angegangen. Im Koalitionsvertrag haben wir uns zum Beispiel auch darauf verständigt, dass Engagement-Dock und die Angebote, die dieses leistet, weiterzuentwickeln und zu stärken. Und aus den vielen Erfahrungen der Engagierten wollen wir lernen, um künftig noch besser zu helfen all jenen, die unsere Gesellschaft Tag für Tag stärker machen. Drittens, es braucht einen Ort, ein Haus. Ein Haus, in dem man sich treffen, beraten, vernetzen und auch feiern kann. Ein offenes "Haus des Engagements", Raum für Austausch, Zusammenarbeit und Anerkennung. Und dieses "Haus des Engagements" findet nun im nächsten Jahr ein Zuhause im Neuen Amt. Zentral gelegen und gut erreichbar am Altonaer Bahnhof. Und, verehrte Kolleg:innen, in Zeiten, in denen wir einen spürbaren Rechtsruck erleben und auch Angriffe auf NGOs, gewinnt dieses zivilgesellschaftliche Engagement, was dort ein Zuhause findet, eine noch größere Bedeutung. Denn es sind die Menschen, Initiativen, Vereine und Nachbarschaften, die unsere Demokratie im Alltag mit Leben füllen und verteidigen durch Haltung, Dialog und Solidarität. Kritisches... Kritisches Engagement ist dabei kein Störfaktor, sondern Wesenskern einer lebendigen Demokratie. Und es erinnert uns eben auch daran, dass Freiheit und Menschenwürde keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern täglich neu mit Leben gefüllt werden müssen. Und deswegen brauchen wir gerade jetzt diejenigen, die den Mut haben, Missstände anzusprechen, die Vielfalt verteidigen, die Solidarität im Alltag leben und sich denjenigen entgegenstellen, die spalten wollen. Und deswegen wollen wir feiern: das freiwillige Engagement in der gesamten Vielfältigkeit, die hier in Hamburg an den Tag gelegt wird, das ganze freiwillige Engagement und konkret das "Haus des Engagements". Ich bitte um Zustimmung zu unserem Antrag. Vielen Dank.
