Reich Thoma
Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren! Hamburg braucht ein starkes, zeitgemäßes Naturkundemuseum – keine Frage. Wir sind bereit, die beste Lösung zu unterstützen, auch im Elbtower, wenn sie wirtschaftlich, rechtssicher und bautechnisch solide ist. Genau darum geht es in der geforderten Aktenvorlage: Um Klarheit in diesem Projekt, das viele Fragen aufwirft, bevor unumkehrbare Fakten geschaffen werden. Wirtschaftlich heißt: belastbare Zahlen statt wohlklingende Behauptungen. Der Senat sagt, mit dem Einzug in den Elbtower sei sogar die wirtschaftlichste Lösung gefunden, denn eine Eigenrealisierung an einem anderen Standort sei rund 230 Millionen Euro teurer. Das nehmen wir zur Kenntnis. Aber wir wollen die vollständige Berechnungsgrundlage sehen, zumal zugleich feststeht: Knapp 600 Millionen Euro will der Senat für die 46.000 Quadratmeter Fläche für das Naturschutzmuseum zahlen. Ist dieser Preis für ein Teileigentum marktgerecht? Ohne diese Einsicht in Gutachten, Vermerke und Entscheidungswege bleibt das bloß eine Behauptung, keine belastbare Legitimation. Bautechnisch heißt: Risiken erkennen, bewerten und beherrschen. Politisch-administrativ heißt: Die Bürgerschaft vollständig informieren und beteiligen, bevor Fakten geschaffen werden. Wir erwarten vollständige Transparenz über die Kommunikation zwischen Senat, Verwaltung, Beteiligten und der Bürgerschaft. Die Aktenvorlage ist daher ein konstruktiver und notwendiger Schritt. Transparenz und Akteneinsicht sind keine Bremse. Verantwortung heißt, jeden Euro, jedes Risiko zu rechtfertigen. Verantwortung heißt, die Bürgerschaft nicht zum Abnickverein zu degradieren. Alles andere ist ein Blankoscheck für die Fehler von morgen. Wir stimmen dem Antrag zu. Vielen Dank.
