Alexander Mohrenberg
Ja, meine Damen und Herren, es ist zwar schon späte Stunde, aber es ist ein wichtiges Thema. Ich weiß, einige würden wahrscheinlich lieber über Mettigel reden wollen, aber wir müssen über den Igelbestand in Hamburg reden. - Denn es ist so, auf völlig... <i>- Was hat er gesagt?</i> - Es ist wirklich ein wichtiges Thema, <i>- Mettigel.</i> man muss wirklich sagen, völlig unnötigerweise stirbt jeden Tag, Stück für Stück in dieser Stadt eine heimische Art einfach so weg. Weil – es wurde schon dargestellt – der Igel ist zwar süß, aber wirklich kein Überlebenskünstler. Bei der Geburt ist er ungefähr so groß wie ein Zeigefinger und blind. Das ist eine sehr schlechte Kombination, um gegen vollautomatisierte Roboter mit Klingen zu überleben. Wenn sie erwachsen sind, sind sie nicht mehr ganz blind, aber rollen sich jedes Mal ein, bleiben liegen und werden dann zerhäckselt. Das heißt, wir müssen wirklich aktiv werden, weil diese heimische Art sich gegen die Bedrohungen des 21. Jahrhunderts in einer Großstadt auf keinste Weise selbst wehren kann. Es ist so, meine Kollegin hat schon gesagt, dass 900 Igel alleine in der Station in Bergedorf abgegeben wurden. Das klingt jetzt vielleicht für einige nicht viel, aber das sind ja die 900 nur aus einem Bezirk, die einen Mähroboter überlebt haben, gefunden wurden und wo sich jemand wirklich die Mühe gemacht hat, den dorthin zu bringen. Was glauben Sie, wie viele danach einfach dort liegengelassen werden oder in einer Biotonne landen oder Ähnliches. Es ist ja nur quasi ein Bruchteil der betroffenen Igel, die überhaupt dort erfasst werden. Das heißt, die Dunkelziffer wird deutlich, deutlich höher sein, wenn wir über 900 gerade mal in einem Bezirk reden, und das nur von denen, die proaktiv danach getragen und gerettet wurden. Und deswegen finde ich es gut, dass wir diesen Antrag hier haben, weil, meine Kollegin hat angesprochen, was man... Ein bisschen Ruhe für den Igel, bitte! Auch in meiner Fraktion, das ist ein wichtiges Thema. Es ist gut, was man europapolitisch alles anstoßen kann und wo es alles um Sensorik geht. Es gibt aber auch ganz platte, simple Sachen, die wir hier in Hamburg angehen können. Und das haben wir auch mit aufgenommen. Denn auch die Stadt hat öffentliche Flächen, Grünflächen bei Museen, Parks und anderen, die unterhalten werden müssen, die regelmäßig gemäht werden müssen. Und da haben wir eh ständige Aufträge, die laufend städtische Mitarbeiter, die auf viele ökologische Sachen achten. Und es ist sinnvoll, das hat man in der Vergangenheit nicht so gemacht, das da mit einzubauen, weil ehrlicherweise ein Großteil der Grünflächen gehört auch uns und können wir direkt zugreifen drauf, wie dort die Sachen bewirtschaftet werden und dass da Igelschutz erhöht wird. Und das Zweite ist eben, ich bin mir relativ sicher, dass die allermeisten Hamburgerinnen und Hamburger gar nicht auf dem Schirm haben, dass ihre Mähroboter, die ihnen so viel Arbeit abnehmen, so viel Igel töten. Ich glaube nicht, dass irgendein Hamburger proaktiv sagt: "Mensch, ist das gut, dass so viele Igel in meinem Garten gestorben sind." Und deswegen ist es sinnvoll, dass wir hier auch proaktiv auf Eigentümer zugehen. Wir haben eh verschiedenste Informationsschreiben, die Bürgerinnen und Bürger, die Eigentum besitzen, eh erreichen zu verschiedensten Themen. Und da sollten wir genau das mit einbauen. Und das Beste ist, wir müssten das Rad hier nicht mal neu erfinden. Es gibt schon – auch dazu hatten wir viele Anträge in der Vergangenheit – das Programm MOIN STADTNATUR, wo man kostenlose Beratung als Eigentümer erhalten kann zu diversen Themen. Und wir haben damals schon eine Stelle... Wir müssten quasi nicht mal eine neue Stelle schaffen dafür, sondern einfach nur Eigentümer darauf hinweisen, dass, wenn es Fragen zu dem Thema gibt, dass es bereits Beratungskapazitäten in der Stadt gibt, die auch darauf hinweisen können. Das heißt, auch wenn es zu später Stunde ist, denken Sie daran, wenn wir gleich rausgehen, ist genau die Tageszeit, wo auch der Igel seinen Laubhaufen verlässt. Und umso wichtiger ist es, dass wir jetzt einen Antrag beschließen, der die Igel in dieser Stadt schützt, damit wir mit diesem vermeintlich kleinen Antrag einen großen Beitrag zur heimischen Artenvielfalt leisten können. Vielen Dank.
