Marco Schulz
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kollegen. Ja, Herr Seiler hat ja bereits eindrucksvoll geschildert, wie angespannt die Situation, vor allem die Platzlage, in den Hamburger Frauenhäusern ist. Ich möchte diesen Punkt ergänzen mit Blick darauf, was politisch daraus folgen muss. Hamburg steht vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits fehlt es an Kapazitäten. Wir streiten regelmäßig auch darum – zu wenig Plätze, zu lange Verweildauern, zu wenig Personal. Andererseits fehlen uns verlässliche Daten, um die Ursachen zu verstehen und gezielt gegenzusteuern. Und ich stimme der Aussage meiner Vorrednerin zu, also nicht die Opfer, sondern die Täter müssen in den Fokus rücken, ganz genau. Aber dazu müssen wir ja wissen, was es für Opfer sind, um jene Täter in den Fokus nehmen zu können. Und es ist leicht zu sagen: "Alle Frauen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund," "brauchen die gleiche Hilfe." Nein, weil aufgrund dessen wir verschiedene Hilfeformen vielleicht benötigen. Wir brauchen diesen entscheidenden Puzzleteil, denn ohne diese Information kann niemand seriös bewerten, welche besonderen Sprach-, Integrations- oder Sicherheitsbedarfe in den jeweiligen Fällen bestehen. Das ist eben kein Selbstzweck, sondern Grundlage für wirksame Prävention und effektive Mittelverwendung. Vier Städte machen es vor, selbst Berlin, München auch, und haben mittlerweile differenziertere Erhebungen in diesem Bereich. Hamburg geht da weiter im Blindflug vor. Damit ist weder den Frauenhäusern geholfen noch den Frauen selbst. Deshalb sagen wir als AfD, wer Verantwortung übernehmen will, darf die Realität nicht ausblenden. Unser Antrag schafft Transparenz, Orientierung und die Grundlage für eine bessere Hilfe. Stimmen Sie deshalb bitte gerne zu. Vielen Dank!
