Benjamin Mennerich
Herr Präsident, meine Damen und Herren. Anspruch und Realität liegen häufig ja nicht ganz beieinander. Im vorliegenden Fall war die Idee, den Hamburger Schülern ein naturnäheres Lernumfeld zu bieten und die Schulhöfe an Hamburger Schulen entsprechend umzugestalten. Besonders im Fokus steht dabei die Entsiegelung. Die zuständige Behörde schreibt dazu: "Neben Sonnenschutzmaßnahmen sind Entsiegelungsmaßnahmen" "und damit einhergehend eine grünere Schulhofgestaltung" "die mit Abstand häufigsten Projektarten in diesem Programm." Das ist sinnvoll. Auch in meinen Schuljahren hatten wir vor etwa 30 Jahren erkannt, dass das durchgesetzt werden sollte, und haben dann im Rahmen einer Projektwoche unseren Schulhof mit Spitzhacken, Spaten und einem Bagger aufgerissen, dort Bäume und Büsche gepflanzt. Das war für uns alle eine positive Erfahrung. Das sind sinnvolle und vor allem nachhaltige Maßnahmen und werden daher gemäß des vorliegenden Berichts auch sehr stark gefördert in den nächsten zehn Jahren, so der Bericht der Behörde, mit 30 Millionen Euro pro Jahr im Schnitt. Die Frage ist jetzt, was haben wir denn dafür erhalten? Wie sieht es denn in den letzten Jahren aus? Acht Förderungsmaßnahmen pro Jahr im Schnitt. Wir haben eben gehört, mit etwa 100.000 Euro pro Fördermaßnahme. Hätten wir das bei meiner Projektwoche damals gehabt, da hätten wir uns auch noch ein nettes Jugendheim auf den Schulhof bauen können. Und wie sieht es mit diesen Entsiegelungen aus? Von den acht im Jahr im Schnitt grade mal eine. Wenn die Behörde dies für die häufigste Projektart hält, dann frag ich mich, wie dort gezählt worden ist. Deutlich häufiger werden übrigens Maßnahmen wie Baumpflanzungen oder die Anlage von Wildstaudenbeeten genannt, durchaus auch eine schöne Maßnahme. Nur warum dafür 100.000 Euro pro Fördermaßnahme notwendig sein sollen, erschließt sich mir nicht so ganz. Wie viele Entsiegelungen es also in Zukunft werden und wie viel Geld dafür aufgewendet wird, das wird zu beobachten sein. Der Schnitt von den letzten Jahren ist jedenfalls für eine 30-Millionen-Förderung deutlich nicht ausreichend. Da müssen wir besser werden.
