Birgit Stöver
Vielen Dank, Herr Präsident, meine Damen und Herren. Fünf Wochen ist das laufende Schuljahr mittlerweile alt, fünf Wochen, wo an rund 500 staatlichen und privaten Schulen in Hamburg nicht nur intensiv gelehrt und gelernt wird, sondern auch auf und neben den Schulhöfen viel Lebenszeit verbracht wird. Das hat Frau Barth-Dworzynski auch schon gesagt. Über 270.000 Schülerinnen und Schüler, rund 17.000 Lehrkräfte und weiteres Personal verbringen dort einen Großteil ihres Alltages. Allein diese Zahlen machen die Rolle der Gestaltung von Schulen und ihrem Umfeld deutlich. Insofern ist die naturnahe Schulhofgestaltung, über die wir hier heute auf Basis des vorliegenden Berichtes reden, ein legitimes Thema. Wenn ich mir den Bericht durchlese, geht es um eine Bilanz des entsprechenden Fördertopfes der Stadt. Und ich sag mal so: Bei 29 Fördermaßnahmen seit 2022 werden und wurden gerade einmal 7 Prozent der Schulen beziehungsweise Schulhöfe erreicht. Das ist okay, mehr aber auch nicht. Gleiches gilt für den zweiten Topf, über den hier berichtet wird, das Programm für schulische Anpassungsmaßnahmen auf schulischen Außengeländen. Demnach haben die 27 daran teilnehmenden Schulen durchschnittlich 100.000 Euro aus Mitteln des Klimaplans für verschiedene Maßnahmen erhalten. Auch das ist okay, aber eben nicht die Hauptherausforderung des Schulbaus. Das ist nämlich, darüber darf der Bericht nicht hinwegtäuschen: Die Planungsgrundlage für den Schulbau in Hamburg ist der Schulentwicklungsplan aus dem Jahr 2019. Das ist schon ganz schön lange her. Und angesichts des lange vorhergesagten Schülerwachstums haben viele Schulen die Grenzen des Gebäudewachstums längst erreicht und sogar überschritten. Die Folge ist: Schulwünsche können nicht erfüllt werden. Schulwege werden zu Spießrutenläufen und Widerspruchsverfahren. Ja, und für die weiterführenden Schulen ist eine Prognose bis 2030, dass eben halt mit einem weiteren Anstieg an Schülern zu rechnen ist. Was ist dann? Und von daher: Das, was Sie hier im Kleinen berichten, ist okay. Viel wichtiger wäre es uns, dass Sie Ihre ganze Energie auch mal auf die Schulplanung im Großen richten. Und wir hoffen, dass es im nächsten Bericht vielleicht einen neuen Schulentwicklungsplan geben wird. Herzlichen Dank.
