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Andy Grote

Senator 6:31 min Sitzungen 23/12

Herr Präsident, meine Damen und Herren! Mit dem Bürgerschaftsbeschluss über die Durchführung eines Referendums am 31. Mai 2026 legen wir die Entscheidung, ob Hamburg Gastgeber Olympischer, Paralympischer Spiele sein will in die Hände der Hamburgerinnen und Hamburger. Ich denke, das ist eine demokratische Selbstverständlichkeit, und ich glaube, die Bürgerinnen und Bürger haben auch ein Recht darauf, über dieses konkrete Konzept aus dem Jahr 2025 eben auch noch mal abstimmen zu können, denn wir leben heute in einer anderen Welt als 2015. Die Rahmenbedingungen sind völlig andere, insbesondere haben sich auch die Anforderungen des IOC völlig verändert. Wir sind heute gewissermaßen zur Nachhaltigkeit gezwungen, insbesondere zur Nutzung bestehender oder temporärer Sportstätten. Die Kosten sind erheblich geringer, weil wir eben auf teure Neubauten, große Stadtentwicklungsprojekte verzichten, dadurch auch weniger Baustellen, Verkehrsthemen, alles, was da dranhängt. Hamburg muss nicht umgebaut werden, sondern... Herr Grote, auch wenn Sie gerade erst angefangen haben, gibt es schon den Wunsch nach einer Nachfrage oder Zwischenfrage. - Ich bin sicher, Frau Sudmann kommt gleich noch mal nach vorne. - Trauen Sie sich! Schade! Ach, wir haben uns doch einem intensiven Austausch schon hingegeben im Sportausschuss. Ich glaube, das kriegen wir gleich so hin. Hamburg muss nicht umgebaut werden, sondern die Spiele fügen sich in die Stadt ein. Selbst das Olympische Dorf ist in Form der Science City schon da. Die olympische Legacy, also der nachhaltige Nutzen für die Stadt, hat einen ganz hohen, viel höheren Stellenwert als früher, und deswegen setzen wir mit dem Hamburger Konzept eben auch auf die langfristige Förderung gerade von Sport und Bewegung auf Grundlage der Active-City-Strategie, die wir konsequent fortsetzen; Stärkung Kinder- und Jugendsport, die olympische Generation, konnte man gestern Abend erleben. Übrigens bei uns findet die Elite am Dulsberg statt. Das ist der Unterschied zu manch anderem Elitenverständnis, was es auch gibt. Und wir wollen den Breitensport, die Infrastruktur nutzen, aber wir werden auch einen nachhaltigen Profit haben im Bereich der modernen Mobilität, wirtschaftliche Dynamik, Wissenschaft, Innovation, sozialer Zusammenhalt. Das sind die Dinge, die wir hier als Stadt erreichen wollen. Und im Übrigen natürlich auch – darüber hat heute noch keiner was gesagt –, aber es ist zentral natürlich für die Bereiche Teilhabe, Inklusion und Barrierefreiheit. Es ist grade eine Studie veröffentlicht worden durch das Internationale Paralympische Komitee, dass gerade die enorm erfolgreichen Paralympischen Spiele von Paris messbar weltweit dazu beigetragen haben, die Haltung und das Ansehen, die Anerkennung von Menschen mit Beeinträchtigungen zu verändern zum Positiven. Und anders als 2015 auch: Es ist eine nationale Bewerbung. Die Bundesregierung trägt es mit, ist im Commitment, beteiligt sich auch jetzt schon an den Bewerbungskosten. Es hat sich viel getan in den letzten zehn Jahren, die Welt hat sich weiter gedreht. Das Einzige, was sich nicht verändert hat, sind manche Argumente, die wir heute hören. Da ist noch sehr viel O-Ton von 2015 dabei, und ich glaube, das kann man nicht machen. Wir müssen uns schon der Realität 2025 stellen. Und da will ich auf einen Punkt noch mal eingehen, weil er ja häufig auch genannt wird und viele Menschen auch bewegt, das sind die Kosten. Wir werden das endgültige Finanzierungskonzept ja erst dann rechtzeitig zum Referendum vorlegen können. Es wird noch daran kalkuliert und gearbeitet. Aber zwei Eckpunkte kann man nennen, und die sind wichtig: Das eine ist, dass alle Vereinbarungen zwischen dem IOC und der Ausrichterstadt – jetzt in Paris und auch in Zukunft für die zukünftigen Ausrichtungen in Los Angeles, Brisbane und dann auch das, was danach kommt, also gegebenenfalls auch wir – mit allem, was dort geregelt ist, darauf ausgerichtet sind, dass die Durchführungskosten, also der größte Teil der Kosten, alles, was man unmittelbar braucht, um das Organisationsbudget der Spiele zu stemmen, dass das durch Einnahmen vollständig gedeckt sein soll – durch direkte Zuschüsse des IOC, durch Ticketingeinnahmen, Sponsoreneinnahmen. Das ist in Paris gelungen. Das sagt uns die offizielle Abschlussbilanz des Organisationskomitees. Kann man sagen, der Rechnungshof in Paris sieht das noch ein bisschen anders. Darüber haben wir im Sportausschuss diskutiert. Herr Grote, gestatten Sie eine weitere Zwischenfrage oder Zwischenbemerkung? Nein, die Debatte wird ja bestimmt noch weitergehen. Vielen Dank! In Paris ist das gelungen, und darauf richten sich auch alle Planungen für die deutschen Standorte. Und ein zweiter Punkt ist wichtig: Der zweite große Kostenblock sind die langfristigen Kosten, die Infrastrukturinvestitionen. Und weil wir nicht groß in Neubauten und Stadtentwicklung und vieles andere an Infrastruktur investieren, bedeutet das, dass wir in erster Linie in Investitionen in die Sportinfrastruktur der Stadt sprechen. Das ist das, wo die langfristigen Investitionen überwiegend landen werden. Wir investieren jetzt schon zwischen 2020 und 2030 über 1 Milliarde in die Sportinfrastruktur. Und ja, das wird mit Olympia noch mehr werden. Wir werden noch mehr, wahrscheinlich deutlich mehr, in die Sportinfrastruktur investieren. Aber ehrlicherweise: Das wollen wir doch auch. Da sind wir uns ja eigentlich einig. Wir wollen den Sport in der Stadt stärken. Wir wollen in die Sportinfrastruktur, in Sportstätten, Trainingsstätten, Wettkampfstätten und damit auch in den Breitensport investieren. Und wenn wir dadurch im Kontext Olympia jetzt Rückenwind kriegen, ist es ein Vorteil für die Stadt und kein Problem. Und hierüber und über den gesamten Stand des Bewerbungskonzeptes, das ja noch in der Konkretisierung, in der Erarbeitung ist – das ist meine letzte Bemerkung –, wollen wir in den nächsten Wochen und Monaten ins Gespräch kommen. Wir wollen die Hamburgerinnen und Hamburger abfragen, wie ihre Haltung dazu ist, wie ihre Meinung dazu ist. Es wird digitale Beteiligungsmöglichkeiten geben, es wird Veranstaltungen in allen Bezirken geben. Wir freuen uns auf die Ideen, auf die Wünsche, auf die Kritik, auf Anregungen, Verbesserungsvorschläge, alles, was die Hamburgerinnen und Hamburger uns da noch mitgeben wollen auf diesem Weg. Am Ende ist Olympia in Hamburg das, was wir alle gemeinsam daraus machen. Herzlichen Dank!

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