Martin Wolter
Liebe Hamburger:innen! Wir begrüßen außerordentlich die Idee, dass Sie im kommenden Jahr darüber abstimmen können, ob auch in den nächsten Jahrzehnten keine Olympischen Spiele in dieser Stadt veranstaltet werden. Und wir nehmen das geplante Referendum sportlich, auch wenn es sich um die Olympischen Spiele handelt. Da, bei denen steht der Sport ja nicht unbedingt im Mittelpunkt, sondern der Profit für das Internationale Olympische Komitee und deren globaler Topsponsoren. Verlieren werden die, die draufzahlen – also wie stets in den vergangenen Jahrzehnten: die Ausrichterstadt und deren Einwohner:innen. Aktuell hat der französische Rechnungshof seine Schätzung weiter nach oben korrigiert. Und mittlerweile beziffert er die öffentlichen Kosten für die Spiele letztes Jahr in Paris auf 6,6 Milliarden Euro. Dort wurde einst kalkuliert mit 2,4 Milliarden Euro. Das muss für alle Hamburger:innen ein Alarmsignal sein, was mit Olympia hier auf sie zukommen würde: Große Versprechen, dass die Kosten kleingehalten werden, und im Ergebnis wird das Gegenteil wieder eintreten, wie bei allen Olympischen Spielen der letzten Jahrzehnte. So, ich komm jetzt zur Vorlage, zu diesem Text, der abgestimmt werden soll auf Vorschlag des Senats. Der beginnt mit den Worten: "Ich bin dafür!" Herr Senator, wir wissen, dass Sie dafür sind. Aber für ein faires Referendum sollte doch bitte eine neutrale Aussage zur Abstimmung stehen. Diese Signalisierung einer persönlichen Befürwortung ist aus unserer Sicht daher zwingend in eine objektive Formulierung umzuwandeln. Wie wäre es mit: "Sollen in Hamburg Olympische Spiele stattfinden?" Das... Das wäre eine neutrale Aussage. Oder nehmen wir es neutral und ehrlich: "Sollen in Hamburg Olympische Spiele stattfinden, verbunden mit Milliardenausgaben?" "Geld, was in anderen Bereichen fehlen wird, bei der Verkehrswende, bei der Klimawende," "in Kultur, Soziales und auch vor allem im Sport denn sicherlich!" Danke!
