Birgit Stöver
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! In unserer von Geschwindigkeit geprägten digitalen Welt ist Fürsorge und Prävention mehr denn je geboten. Denn, meine Damen und Herren, obwohl es TikTok seit 2017, Instagram seit 2010, WhatsApp seit 2009, iPhones seit 2007 und Facebook seit 2004 gibt, tun wir uns in der Gesellschaft und hier im Hause unfassbar schwer, die gefährlichen Auswirkungen der digitalen Welt a) überhaupt zur Kenntnis zu nehmen und b) dann auch parlamentarisch entschlossen darauf zu reagieren. Dabei mangelt es beileibe nicht an wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die aktuelle DAK Mediensucht-Studie zeigt auf, dass 1,1 Millionen aller Kinder und Jugendlichen deutschlandweit Ende 2024 eine riskante Social-Media-Nutzung aufwiesen. Das sind zweieinhalb Mal so viel wie vor fünf Jahren. Ganz ähnlich bei der krankhaften Social-Media-Nutzung Ende 2024 wiesen 283.000 Kinder und Jugendliche ein pathologisches Muster auf: 50 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Und, meine Damen und Herren, Hamburg bildet hier keine Ausnahme. Die Folgen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind dramatisch und zeigen sich durch ein höheres Stresslevel, extreme Häufungen von depressiven und Angstsymptomen sowie geringe Emotionsregulierung. Hinzu kommen weitere Schattenseiten des Internets und der sozialen Medien, und zwar massives Mobbing bis hin zur Verleumdung einerseits und politische Meinungsmanipulation bis hin zur Förderung von Radikalismus und Extremismus andererseits. Diese Erlebnisse im Netz sind durch die Bank weg alarmierend und haben unmittelbare Folgen auf das Lernklima unserer Schulen. Meine Damen und Herren, hier dürfen wir nicht länger tatenlos zusehen. Expertenrunden... Expertenrunden sehen zwei Säulen als notwendig an: die Einschränkung der privaten Handynutzung von Schülerinnen und Schülern im Schulkontext, daneben, aber mindestens genauso wichtig, die Medienkompetenz. Wir müssen unsere Kinder endlich fit und resilient machen im Umgang mit den digitalen Chancen und Risiken. Meine Damen und Herren, daher regen wir mit dem vorliegenden Antrag die Einführung von Medienbildung und Gesundheit als Querschnittsthema mit festen Modulen von Klasse 1 bis 13 an. Lassen Sie uns gerne im Schulausschuss beraten und gemeinsam etwas Grundlegendes für die Gesundheitsförderung und gegen digitale Risiken unternehmen. Danke schön.
