Lisa Kern
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleg:innen. Wir haben heute viel gehört über die Wirtschaft, die Industrie und über Verantwortung. Worüber wir noch nichts gehört haben heute, das ist die junge Generation. Das sind nämlich diejenigen, die noch am längsten mit den Folgen unseres Handelns oder eben Nichthandelns leben müssen. Diese jungen Menschen wachsen in eine Welt hinein, die sich klimatisch dramatisch verändert. Eine Welt, die sie sich so nicht ausgesucht haben. Eine Welt, an deren Krise sie keine Schuld tragen. Und doch werden gerade sie am härtesten von den Folgen des Klimawandels betroffen sein. Und das macht vielen von ihnen sehr große Sorge. Gleichzeitig dürfen die allermeisten bei Wahlen und auch beim Zukunftsentscheid... Es wäre schön, wenn Sie zuhören würden. Ich glaube, auch Sie haben vielleicht noch junge Menschen in Ihrem Umfeld. Gleichzeitig dürfen Sie weder beim Zukunftsentscheid noch bei Wahlen abstimmen und sind komplett darauf angewiesen, dass wir wahlberechtigte Erwachsene unsere Weitsicht und unsere Solidarität ihnen entgegenbringen. Es geht um Generationengerechtigkeit. Und in diesem Kontext heißt das, dass wir eine lebenswerte Welt hinterlassen müssen. Es gilt für jeden Einzelnen von uns, dafür Verantwortung... Liebes Präsidium, können Sie bitte für Ruhe sorgen? Also: Junge Menschen stellen sich übrigens heute bereits ihrer Verantwortung des Generationenvertrags dadurch, dass sie zum Beispiel in die Rente einzahlen. Es ist nicht in Ordnung, dass wir über Pflichtjahre diskutieren, dass wir über Wehrpflicht diskutieren, aber niemals darüber, was wir denn liefern für die jungen Menschen. Also ein Generationenvertrag, der gerecht ist, der muss in beide Richtungen funktionieren. Solidarität darf nicht von der alternden Mehrheitsgesellschaft immer nur eingefordert werden. Nein, sie muss von dieser Mehrheitsgesellschaft auch gelebt werden! Danke.
