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Lena Otto

SPD 2:08 min Sitzungen 23/11

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen. Der KulturPass des Bundes war zu gegebener Zeit ein Projekt mit wirklich wichtigem Symbolcharakter. Er sollte nach der Pandemie vor allem jungen Menschen zugutekommen, die während der Coronajahre wirklich viel zurückstecken mussten. Aber wenn wir uns jetzt die Ergebnisse anschauen, wie der Pass von den 18-Jährigen konkret genutzt wurde, stellen wir fest, eine nachhaltige Wirkung auf kulturelle Teilhabe, wie wir sie hier in Hamburg anstreben, die ist ausgeblieben. Der Pass wurde weniger zum Beispiel zum Besuch von Kursangeboten genutzt, sondern vor allem zum Kauf von Büchern. Es gab somit keinen spürbaren Anstieg bei der Nutzung von Kulturangeboten für junge Menschen, die wir hier in Hamburg gezielt fördern. Wir setzen außerdem nicht auf solche kurzfristigen Aktionen mit einem begrenzten Zeitraum, sondern auf Strukturen, die dauerhaft tragen. Ich möchte Ihnen ganz kurz den Unterschied deutlich machen. Es gibt 33 Bücherhallen-Standorte in ganz Hamburg. Das ist somit das größte kommunale Bibliothekensystem, was wir in Deutschland haben. Hier kostet aktuell eine Jahreskarte für junge Menschen im Alter von 9 bis 17 6 Euro. Es gibt 28 Stadtteilkulturzentren, die vielfältige und kostenfreie Angebote für Jugendliche und Kinder bereithalten. Mit dem Projekt TUSCH bringen wir seit 20 Jahren Schulen und Theaterbühnen zusammen für spannende Projekte. Mit dem nagelneuen Urbaneo in der HafenCity beheimaten wir deutschlandweit das erste Architekturzentrum für junge Menschen. Und außerdem bieten wir allein in diesem Monat wieder für alle Menschen unabhängig vom Alter kostenfreie Aktionstage in der Stadt an. Am 3. Oktober gibt es wieder freien Eintritt für das Filmfest Hamburg an allen teilnehmenden Kinos, und am 31. Oktober öffnen wieder bei See for Free über 50 Museen ihre Türen kostenlos. Meine Damen und Herren, das sind niedrigschwellige Angebote. Wir investieren in Strukturen, die junge Erwachsene dauerhaft erreichen, statt sie nur an einen spezifischen Jahrgang zu binden. Darum lehnen wir heute den Antrag der Linken ab. Nicht, weil wir das Ziel nicht unterstützen, sondern weil wir hier in Hamburg schon weiter sind. Vielen Dank.

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