Benjamin Mennerich
Verehrtes Präsidium, meine Damen und Herren. Was sollte das erklärte Ziel von Bildungspolitik sein, vor allem von verantwortungsvoller? Das Ziel sollte doch wohl sein, dass jeder Schüler die für ihn individuell beste Bildung bekommt. Rot-Grün meint hier, es wäre am besten mit sozialistischer Gleichmacherei zu erreichen, indem man möglichst vielen Schülern die höchsten Bildungsabschlüsse ans Revers heftet. Ein Zertifikat, meine Damen und Herren, ist aber nicht Bildung, ein Zertifikat ist nur ein Blatt Papier. Die Qualität unserer Bildungsabschlüsse ist seit Jahrzehnten im freien Fall. Wenn die Hälfte der Schüler heutzutage das Abitur erhält, dann liegt das nicht daran, dass die Schüler im Schnitt so viel intelligenter geworden wären, sondern daran, dass die Anforderungen für unsere Schulabschlüsse heruntergeschraubt wurden. Wer sich von einer so grundlegenden Schlussfolgerung beleidigt fühlen sollte, der hätte vermutlich früher kein Abitur erhalten. Wenn wir diese Entwicklung nicht endlich umkehren, dann versündigen wir uns nicht nur an den Schülern, sondern wir zerstören immer mehr das zerbrechliche Bildungsfundament, auf dem unser Wohlstand und unsere soziale Ordnung, also die Zukunft Deutschlands, aufgebaut sind. Jede ideologische Aufspaltung der Schülerschaft im Sinne einer intersektionalistischen Politik verschlechtert Bildung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wenn wir Förderprogramme für Schüler etablieren wollen, dann müssen diese Förderprogramme für alle Schüler gleichermaßen zugänglich sein, damit jeder Schüler die beste Bildung erhält, die wir ihnen bieten können.
