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Dr. Selina Storm

GRÜNE 2:03 min Sitzungen 23/11

Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren! Hamburg ist ein exzellenter Wissenschaftsstandort und könnte dennoch sein Potenzial besser nutzen. Das gilt allerdings nicht nur für Hamburg, sondern für ganz Deutschland. In Sachen Bildungsgerechtigkeit hinken wir im europäischen Vergleich weiter deutlich hinterher. So ist der Studienerfolg von Kindern in Deutschland dreimal so wahrscheinlich, wenn mindestens ein Elternteil studiert hat, gegenüber Kindern aus Familien ohne akademischen Hintergrund. Unsere Gesellschaft wird bunter, älter und die Zahl der Jungen weniger. Damit verändert sich auch das Gesicht der Studierendenschaft. Viele junge Menschen wagen den Schritt an die Hochschule, deren Eltern selbst nicht studiert haben. Das erfordert Mut, und für viele ist es ein Sprung ins Unbekannte, ohne Landkarte und ohne Kompass. Zahlreiche Studien zeigen: Wer keine Vorbilder in der eigenen Familie hat, kennt die Spielregeln des akademischen Betriebs oft nicht. Finanzielle Unsicherheit, fehlende Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, manchmal schlicht das Gefühl, nicht dazuzugehören – all das macht den Weg durch das Studium steiniger. Genau deshalb brauchen wir Mentoringprogramme wie ArbeiterKind.de, die niedrigschwellig Beratung anbieten. Dort können junge Menschen auf jemanden treffen, der an sie glaubt. Und genau das kann den entscheidenden Unterschied machen. Zudem brauchen wir Programme wie STARTplus an der HAW mit mehr Zeit und Flexibilität für die Studierenden. Wir könnten uns im Ausschuss davon überzeugen, wie wirksam diese Programme sind. Sie verhindern Abbrüche und schaffen Chancen. Für die kommenden Haushaltsberatungen möchten wir daher darum bitten, einen Fokus auf dieses Thema zu legen, denn das ist ein Vorteil für uns als Gesellschaft, für die Wirtschaft und für Hamburg. Vielen Dank.

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