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Kemir Čolić

SPD 2:06 min Sitzungen 23/10

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen. Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in unserer Stadt ist groß, sehr groß – ganz besonders für junge Menschen. Und heute geht es um die, die eine Ausbildung machen. Stellen Sie sich vor, jemand entscheidet sich für eine Ausbildung in Hamburg, kommt vielleicht aus Niedersachsen, aus Schleswig-Holstein oder muss aus dem eigenen Elternhaus in Hamburg raus. Und die erste große Hürde ist nicht die Berufsschule oder der Betrieb, sondern die Wohnungssuche. Hohe Mieten, enge Budgets, fehlende Perspektive – für viele ist das schlicht eine unüberwindbare Barriere. Und dabei reden wir über Menschen, die wir dringend brauchen. Es sind die Fachkräfte von morgen in Handwerk, Pflege, Verwaltung, in der Justiz, bei Polizei und Feuerwehr. Wenn wir sie in Hamburg behalten wollen, dann müssen wir ihnen mehr bieten als nur gute Ausbildungsplätze. Wir müssen ihnen auch die Chance geben, hier ein Zuhause zu finden. Genau hier setzt unser Antrag an, wir wollen die Kapazitäten für das Azubi-Wohnen deutlich ausbauen mit einem klaren Ziel: in den nächsten fünf Jahren mindestens 3.000 neue Wohnheimplätze. Und wir wollen nicht nur mehr Plätze, sondern auch neue Wege gehen mit innovativen Konzepten, die Wohnen und Lernen unter einem Dach vereinen. Aber wir sagen auch klar, diese Aufgabe kann die Stadt nicht allein stemmen. Hamburg geht voran, ja, mit Rekordinvestitionen in die Wohnraumförderung, mit einer guten Sozialwohnungsquote und vielem mehr. Aber wir erwarten auch, dass Betriebe und Unternehmen ihren Beitrag leisten, weil es sich lohnt! Wer seinen Auszubildenden günstigen Wohnraum bietet, investiert in Bildung und somit auch in die eigene Zukunft. Die Haspa macht es vor, andere folgen; und wir wollen die Grundlagen dafür schaffen, dass noch viele mehr diesen Weg gehen. Und am Ende... Und am Ende geht es um die einfache Frage: Soll jemand, der eine Ausbildung in Hamburg machen will, an der Miete scheitern? Wir sagen: Nein. Vielen Dank.

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