Benjamin Mennerich
Verehrtes Präsidium, meine Damen und Herren! Um es mal mit den Worten von Professor Crey aus der "Feuerzangenbowle" zu sagen: "Pfeiffer, Sie werden immer dümmer." Professor Crey bezog dies zwar auf den Deutsch- und nicht auf den Mathematikunterricht, doch die Analogie passt. Schon seit vielen Jahren sinkt die Qualität unserer Bildungsabschlüsse. Betriebe stellen mangelnde Sprach- und Mathematikfähigkeiten fest, die Azubis sind oft nicht ausbildungsfähig und müssen in den Betrieben nachgeschult werden. An den Hochschulen steigen die Abbrecherquoten, insbesondere in den für unsere Gesellschaft so wichtigen MINT-Fächern. Das angesprochene "STARTplus intensiv"-Programm ist ein pragmatischer Ansatz unserer Hochschule, um diesem Problem Herr zu werden, aber es darf selbstverständlich nur eine Übergangslösung sein. Die Ursachen für diese Defizite sind lange bekannt, zum Teil schon seit meiner eigenen Schulzeit vor über 30 Jahren. Zum einen wird die Unterrichtsgeschwindigkeit allzu oft an den langsamsten Schülern ausgerichtet. Das verbessert zwar den Notendurchschnitt, sorgt aber nicht dafür, dass die Schüler vorankommen. Und zum anderen gab und gibt es erheblichen Unterrichtsausfall, entweder aufgrund fehlender Lehrkräfte oder aufgrund von Krankheiten im überforderten Lehrerpersonal. Das sind Probleme, die bekannt sind, und sie sind politisch lösbar. Die fehlerhafte Schulpolitik ist aber zu guter Letzt das eigentliche Problem. Seit Jahren werden die Schulen mit immer neuen und weiteren Herausforderungen überlastet. Sei es die Vermittlung fehlender Deutschkenntnisse, die schlecht gemachte Inklusion oder die immer weiter um sich greifende Gewalt an Schulhöfen und in den Klassenzimmern. Solange hier im Parlament diese Herausforderungen nicht endlich angegangen werden, werden auch diese Probleme bleiben. Zu guter Letzt bleibt es beim klassischen Dreisatz. Fragen Sie sich mal selbst: Wenn von 121 Abgeordneten sieben Zehntel rot-grüne Experimente mit den Schulen veranstalten und 21,5 Prozent vor diesem Problem die Augen verschließen, wie viele Abgeordnete mit einer vernünftigen Alternative bleiben da noch übrig?
