Dr. Selina Storm
Liebes Präsidium, liebe Kolleginnen und Kollegen! "Ich kann kein Mathe" – das ist ein Satz, den vielleicht einige hier unterschreiben würden. Und tatsächlich sind ja auch Probleme mit der Mathematik einer der Gründe, warum 30 bis 40 Prozent der Studierenden das Studium von Ingenieurs- und Naturwissenschaften abbrechen. Gerade bei der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, an der eben auch Menschen nicht direkt nach dem Schulabschluss ihr Studium aufnehmen und der Unterricht in Mathematik etwas länger her sein könnte, ist das mit ein Problem. Die Hochschulen stellen sich entsprechend auf und versuchen, das durch intensive Vorkurse auszugleichen. Und oft reicht es aber leider nicht, und Nachhilfe während des Studiums kann sich auch nicht jeder oder jede leisten. Im Sinne von Bildungsgerechtigkeit und Innovationsfähigkeit in einer diversen Gesellschaft ist es aber entscheidend, dass wir allen Menschen den Zugang zu diesen Fächern eröffnen. Und im Zusammenhang dessen sind viele Hochschulen dabei, die Curricula der Studiengänge weiter zu entzerren, was ich sehr begrüße. Das Programm "STARTplus intensiv" an der Hochschule wurde gerade beschrieben; es ist ein wirklich sehr gutes Programm. Die Opposition hat da recht: Sie sind wichtig und unterstützenswert. Und gleichzeitig kritisiere ich wie Astrid Hennies an diesem Antrag, dass die Diagnose gestellt wird, das Problem läge in den Hamburger Schulen. Denn wirklich: Hier passiert schon eine ganze Menge. Die Bildungspläne werden nach KMK-Standard umgesetzt, "QuaMath" ist eines dieser Programme oder "Mathe sicher können" als Teil des Startchancen-Programms, die da bereits stattfinden. Und auch wenn diese Programme die Lücken nicht vollständig schließen können, ist leider eine dauerhafte Finanzierung durch die Stadt wegen der engen Haushaltslage derzeit nicht möglich. Umso wichtiger ist das Engagement der TÜV Nord Group. Es ersetzt keine öffentliche Förderung, zeigt aber, wie Hochschule, Wirtschaft und Politik gemeinsam Verantwortung übernehmen können, um Studierende zu unterstützen. Vielen Dank!
