buergerschaft.de ↗

Dr. Sabine Ritter

DIE LINKE 3:34 min Sitzungen 23/9

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, der vorliegende Antrag liefert ein bemerkenswert unterkomplexes Statement in einer komplexen Welt. Dieses Statement ist auch mit keinerlei Empirie unterlegt. Frau Stöwer hat es ganz richtig gezeigt. Aber mal eben mit leichter Hand eine Gesetzesänderung an, um kollektiv junge Mädchen und Frauen in ihrer Religionsfreiheit einzuschränken. Diese vorgelegte Gesetzesänderung erscheint trotz mancher Verrenkungen in der Begründung, Sie haben da ja gerade auch schon zugesprochen, rechts- und verfassungswidrig. Die AfD setzt sich dafür ein, dass ein gesellschaftlicher Konflikt schlussendlich auf dem Rücken von Mädchen und heranwachsenden Frauen ausgetragen wird. Das ist einerseits irgendwie erwartbar, vor allem aber ist es unfassbar schäbig.Ich möchte uns kurz vor Augen führen, erlauben Sie mir das, wer uns hier über Angriffe gegen die deutsche und mitteleuropäische Kultur belehren will. Es handelt sich bei der AfD nämlich nachweislich um eine politische Gruppe, wo zumindest einzelne FunktionärInnen, meist männlich, Probleme haben, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Und sich auf dem Boden des Grundgesetzes zu bewegen. Glauben Sie nicht, zwei Beispiele aus den vergangenen zwei Wochen. Der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Wald bejubelt am 3.7. Auf X unter einem Bild der Frauenfußball-Nationalmannschaft mitsamt Applaus-Emoji, dass es keine schwarzen Fußballerinnen im Team gebe. Ich will und kann und werde den Wortlaut hier nicht weitergeben, aus Gründen. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Christopher Drössler postete am 11.07. Anlässlich des CSD in Nordthüringen, und hier zitiere ich jetzt mal, die Regenbogenflagge steht für Fremdbestimmung und unserem Volk eigentlich fremde Werte. Diese von globalistischen Kapitalkräften finanzierte Dekadenzpropaganda untergräbt unsere nationale Substanz und ist hintergründig ein werteimperialistisches Werkzeug der Besatzer. Bisher bleiben...Beide Äußerungen parteiintern, ohne Folge, keine Pointe. Sorry, noch einmal zum Antrag. Sie wollen in Ihrem Petitum den islamischen Religionsunterricht einstellen. Problem, es gibt in Hamburg keinen islamischen Religionsunterricht. Sie wurden gerade schon gefragt, haben Sie schon mal was von Religionsunterricht für alle gehört? Meine Güte! Haben Sie sich überhaupt mit der Hamburger Schullandschaft in Ansätzen auseinandergesetzt? Zusammengefasst ist die Vorlage handwerklich schlecht, der Gesetzentwurf verfassungswidrig und das Petitum berücksichtigt noch nicht mal die Gegebenheiten unserer Schullandschaft. Er ist abzulehnen. Vielen Dank.

Alle Reden von Dr. Sabine Ritter Rede ansehen ↗