Dr. Selina Storm
Liebes Präsidium, liebe Kolleginnen und Kollegen, es gibt jetzt viel zu Herrn Herrmann zu sagen, aber ich glaube, das hebe ich mir für einen späteren Zeitpunkt auf. Wir fangen von vorne an. Vor drei Jahren besuchte ich nach einer Konferenz einen Studienfreund in Boston. Er hatte am MIT in Quantenphysik promoviert und arbeitete in einem kleinen Start-up für Quantencomputing. Das Thema zukunftsweisend. Das Labor improvisiert und die Energie aber elektrisiert. Und was mir bis heute im Kopf geblieben ist, ist der Satz des Investors, und der sagte, ich investiere in zehn Start-ups und wenn eine Idee funktioniert, ist alles gewonnen. Und genau das ist die Haltung, die wir auch in Hamburg brauchen. Und mit Impossible Founders machen wir einen richtigen Schritt in diese Richtung.Denn was hier entsteht, ist mehr als ein weiterer Start-up-Akteur. Impossible Founders ist ein Katalysator für ein neues Innovationszeitalter, für Deep Tech, für radikale Lösungen und für echte Zukunftstechnologie made in Hamburg. Aber was meinen wir, wenn wir von Deep Tech sprechen? Deep Tech steht für wissenschaftsbasierte Innovationen. Das sind keine kurzfristigen App-Ideen, sondern Technologien mit Substanz. Quantenphysik, Biotechnologie, künstliche Intelligenz und neue Materialien. Technologien, die unsere Gesellschaft wirklich verändern können, wenn wir sie richtig fördern. Und ein Beispiel, wo das sehr gut gelungen ist, über zehn Jahre Grundlagenforschung an Nanolipidpartikeln der Uni Mainz. Unter anderem getrieben durch die hochintensive Röntgenstrahlungsquelle hier am DESY-Campus, die eben die Basis dafür waren, dass wir die mRNA-Impfstoffe in der Corona-Pandemie nutzen könnten und das eine gigantische Bedeutung gewonnen hat.Und die Voraussetzung dafür, dass dieses Geld jetzt nach Hamburg gekommen ist, die haben wir doch in Hamburg wirklich geschaffen. Wir haben nicht nur investiert, wir haben hier etwas aufgebaut. Zehn Jahre grün geführte Wissenschaftspolitik haben Hamburg systematisch zu Deep Tech stattgemacht. Unsere Stadt. Unsere Stadt fügt über fünf Exzellenzcluster, unter anderem Quantenphysik, Biotechnologie, Klimaforschung und neue Materialien. Wir haben vier Innovationshubs, die gezielt Wissenschaft und Wirtschaft verbinden.Jetzt zünden wir die nächste Stufe. Hamburg ist... Machen Sie das erst einmal nach. Hamburg ist eine von nur zehn Regionen bundesweit, die im Wettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums ausgewählt worden ist, um eine sogenannte Start-up-Factory aufzubauen, als Teil der nationalen Deep-Tech-Offensive. Insgesamt stehen diese 50 Millionen Fördermittel zur Verfügung, rund 10 Millionen vom Bund, ergänzt durch die 40 Millionen aus Stiftung und Wirtschaft. Da möchte ich mich auch noch einmal explizit bedanken bei der Michael-Otto-Stiftung und der Joachim-Herz-Stiftung, aber insbesondere auch bei der Universität Hamburg, der TU und DESI, die im Gegensatz zu dem, was Sie vorhin gesagt haben, Herr Herrmann, den Stein wirklich ins Rollen gebracht haben.Was Impossible Founders dabei besonders macht, ist dieser strukturierte Ansatz, das sogenannte Deep-Tech-Innovationsmodell für vielversprechende Forschung gezielt in die Gründung. Es beginnt beim Erkennen des Potenzials im Labor und reicht bis zur Skalierung und Verstetigung. Dabei geht es nicht darum zu warten, bis jemand mit einer Idee anklopft. Impossible Founders gehen aktiv in die Hamburger Labore. Und machen jetzt genau diese nächsten Schritte. Und entschließen damit eine entscheidende Lücke zwischen wissenschaftlicher Entdeckung und erfolgreicher Gründung. Und eben genau dort, wo viele Innovationen auf halber Strecke stehen bleiben.Es ist eine neue Form des Transfers, nicht in Jahr, sondern vernetzt, nicht reaktiv, sondern initiativ und ganz klar ausgerichtet auf die großen Herausforderungen unserer Zeit. Klimaschutz, Gesundheit, technologische Souveränität. Impossible Founders zeigt, wenn Wissenschaft, Politik und Unternehmen zusammendenken, kann Großes entstehen. Wir schaffen damit die Bedingungen, damit aus Deep-Tech-Ideen von heute die Lösung von morgen zu schaffen. Wie damals im Labor in Boston, nur eben bei uns an der Elbe. Herzlichen Dank an alle, die an diesem Innovationsformat beteiligt sind und viel Erfolg.
