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Julian Herrmann

CDU 4:28 min Sitzungen 23/9

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, als CDU-Fraktion freuen wir uns auch wahnsinnig für die Impossible Founders, denn es ist zweifellos ein wichtiges und ein gutes Projekt für den Start-up-Standort Hamburg, dass nun bis zu 50 Millionen Euro in diese neue Start-up-Factory fließen, 40 Millionen aus privater Hand, bis zu 10 Millionen Euro vom Bund. Das ist ein Erfolg für unsere Hansestadt. Das Besondere daran ist jedoch, diese Initiative kommt aus der Mitte der Stadtgesellschaft, aus der Privatwirtschaft, von engagierten Stiftungen, Unternehmen und Hochschulen. Sie zeigt, was möglich ist, wenn starke Partner gemeinsam Verantwortung für unseren Standort übernehmen.Doch wer die letzten Tage in die Presse geschaut oder in sozialen Medien unterwegs war, der hat sich schon gefragt, warum sich der Senat hier so sehr dafür feiern lässt, dass dieses Projekt nach Hamburg kommt. War es doch vor allem aus der Privatwirtschaft getrieben? Waren es doch nicht vor allem die Herzstiftung, Benjamin Otto, Tom Korn mit der Michael-Otto-Stiftung und dem Otto-Konzern, die das Ganze vorangetrieben haben, geplant haben, initiiert haben und koordiniert haben? Man muss schon wirklich die Frage stellen, was genau außer wohlwollenden Worten und schönen Fotos hat der Senat hier eigentlich für dieses Projekt getan.Ich bin aber froh darum, dass dieses Projekt in dieser Stadt nun realisiert wird. Ich bin froh, dass die Impossible Founders auch vor allem die Themen Start-ups, Innovation und technologiebasierte Ausgründung endlich wieder an das Zentrum der politischen Debatte rücken und das Thema endlich wieder Aufmerksamkeit bekommt. Denn das ist bitter notwendig, wenn wir uns Hamburg als Start-up-Standort ansehen. In den letzten Jahren ging es nämlich hier in Hamburg als Start-up-Standort vor allem bergab. Wir sind ins Hintertreffen geraten. Im aktuellen Städtevergleich des Start-up-Verband bei Neugründung pro 100.000 Einwohnern rutscht Hamburg weiter ab. Und zwar auf Platz 8 liegen wir dann nur noch. Das heißt, wir liegen nicht nur deutlich hinter München und Berlin, sondern liegen eben auch hinter Standorten wie Darmstadt, Aachen, Düsseldorf oder Karlsruhe. Das zeigt uns doch ganz klar, andere Städte holen auf oder sie überholen uns längst. Insbesondere beim Thema Wachstumsfinanzierung gibt es ein Riesenproblem hier am Standort Hamburg. Nur 13 Prozent der Start-ups in unserer Stadt erhalten Venture Capital. In Berlin sind es hingegen 31 Prozent und im Bundesschnitt sind es 19 Prozent. Hamburg liegt also deutlich hinterher, selbst hinter dem Bundesschnitt. Das ist ein struktureller Standortnachteil, den der Senat dringend angehen muss.Gerade im Bereich Deep Tech, auf den sich die Impossible Founders hier fokussieren wollen, auf den sie zielen wollen, ist der Kapitalbedarf enorm hoch. Wenn der Senat das Thema Startups also wirklich ernst meint und das Projekt Impossible Founders wirklich unterstützen will, dann darf es jetzt nicht beim Applaus von der Seitenlinie bleiben. Dann reicht es eben nicht nur auf ein paar Fotos drauf zu sein und sich mit fremden Federn hier zu schmücken. Dann muss Hamburg jetzt selbst Verantwortung übernehmen und das Momentum nutzen, das die Impossible Founders hier initiiert haben.Nachdem die Wirtschaft vorgelegt hat und der Bund nun unterstützt hat, ist jetzt Hamburg am Zug. Unser Appell ist klar, bauen Sie auf diesem wichtigen Projekt auf, flankieren Sie es und ergänzen Sie es um das, was bisher wirklich fehlt, echte Wachstumsfinanzierung und Investitionsanreize, die gezielt mehr Kapital in das Hamburger Start-up-Ökosystem bringen, etwa durch die Initiierung eines Fund-on-Fund-Modells. Ein solcher Dachfonds mit finanzieller Beteiligung Hamburgs könnte öffentliche Mittel durch privates Kapital hebeln und erfahrene VC-Fonds könnten gezielt stärker in Wachstumsunternehmen hier in Hamburg investieren, so wie es auch erfolgreich in Dänemark oder aktuell in Österreich umgesetzt wird. Nur wenn die Stadt auch ihren Beitrag leistet, haben wir die Chance, die Finanzierungslücken, die hier in Hamburg weiterhin bestehen, das Valley of Dev ist hier das Stichwort, dann auch zu schließen, hier am Standort Hamburg und dieses Potenzial von unserem Standort, das zweifelsohne vorhanden ist, endlich zu heben. Vielen Dank.

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