Kathrin Warnecke
Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist warm heute. Es ist sehr warm. Und uns steht noch ein langer, heißer Sommer bevor. Ganz Europa ächzt unter dieser beispiellosen Hitzewelle. In Südspanien verzeichnen wir bereits einen Rekord von 46 Grad. Und wir haben erst Juni. Wir haben gerade Juli, sorry. Selbst in der Nacht halten sich die Temperaturen dort bei bis zu 30 Grad. Viele Regionen haben bereits die höchste Hitzewarnstufe ausgerufen und Klimamodelle sagen uns für diesen Sommer noch einen weiteren Rekord bevor. Wir befinden uns mitten in einer Klimakrise und die konfrontiert uns mit ihren fatalen Folgen. Einige von uns freuen sich vielleicht auf die sonnigen Tage. Verständlich. Sie freuen sich auf 33 Grad, gut eingecremt an einem schattigen Platz im Freibad, ein Eis, ein gekühltes Getränk, auf warme Sommerabende am Elbstrand oder auf dem Balkon. Andere blicken besorgt auf die Temperaturen und sorgen sich um ihre Gesundheit, besonders ältere und vorerkrankte Menschen. Und Eltern mit Blick auf die Gesundheit ihrer kleinen Kinder. Bestenfalls können sie sich in ihre Wohnung zurückziehen, die Vorhänge zuziehen, den Ventilator aufdrehen. Doch selbst diese Möglichkeit steht nicht allen Hamburgern gleichermaßen zur Verfügung. Die Klimakrise trifft uns alle und gefährdet unsere aller Gesundheit. Doch einige sind diesen Folgen schutzlos ausgeliefert. Und wenn ich mir das erlauben darf, da sind mehr Bäume zwar eine Lösung, um den Klimawandel abzufangen, aber Bäume zu pflanzen, damit Obdachlose darunter Schutz suchen können,Das kann nicht die Antwort von uns sein, zumindest nicht die einzige. Heute debattieren wir über den Schutz von obdachlosen Menschen. Sie sind in hohen Temperaturen ganz direkt und durchgehend ausgesetzt. Sie sind oft vorerkrankt und haben nur erschwerten Zugang zur medizinischen Versorgung. Um Menschen besser vor der Hitze zu schützen und die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise abzufedern, haben wir Anfang dieses Jahres, es wurde schon mehrfach erwähnt, ich habe das Los, die letzte Rednerin zu sein, deswegen haben Sie natürlich auch einige vor mir darüber schon gesprochen, Wir haben Anfang dieses Jahres den Hitzeaktionsplan beschlossen. Dieser enthält ein breites Paket von Maßnahmen, die alle und insbesondere vulnerable Personengruppen schützen sollen. So soll die Anzahl der öffentlichen Trinkwasserspender erhöht werden, Sonnenschutzmittel und sonnengerechte Kleidung über Tagesaufenthaltsstätten ausgegeben und durch die Straßensozialarbeit niedrigschwellige Hilfe angeboten werden. Medizinische Unterstützung können Menschen beispielsweise über die Schwerpunktpraxen oder das Krankenmobil in Anspruch nehmen. Dass wir den Hitzeaktionsplan haben, bedeutet allerdings nicht, dass der Hitzeschutz in Hamburg tatsächlich schon ausreichend ist. Zum einen befinden wir uns erst zu Beginn der Umsetzung, zum anderen soll der Maßnahmenkatalog des Hitzeaktionsplans, Herr Oehnes hat es auch schon gesagt, sich entwickeln und lernen des Planungsinstrument sein, dessen Umsetzung wir regelhaft evaluieren. Der Antrag der Linken fordert ein stadtweites Hilfeprogramm, die Unterbringung von Menschen im Sommermonat.zum Schutz vor der Hitze, eine Hitzehilfe-Lotlein und ein flächendeckender Trinkwasserspender. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, die Situation von obdachlosen Menschen in diesem Sommer und in allen folgenden Sommern genau im Blick zu behalten und an den notwendigen Stellen für Verbesserungen zu sorgen. Ich stehe nicht und sage, dass alles schon perfekt und gut ist. Deshalb wollen wir den Antrag der Linken sehr gerne in den Sozialausschuss überweisen. In diesem Rahmen können wir die einzelnen Forderungen fachlich und im Hinblick auf den Umsetzungsstand des Hitzeaktionsplans diskutieren. Es ist ja auch der nächsten Sozialausschuss das Winternotprogramm auf unserer Agenda. Und insofern passt das ganz gut, darüber zu sprechen, wie Menschen der Witterung eben völlig ungeschützt ausgesetzt sind und wie wir damit umgehen möchten. Liebe Kolleginnen, wir blicken in eine unsichere Zukunft. Setzen wir uns weiter gemeinsam und entschlossen dafür ein, die Klimakrise einzudämmen. Aber blicken wir auch der Tatsache ins Auge, dass die Zeit gekommen ist, mit den Folgen umzugehen. Vielen Dank.
