Baris Önes
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Damen und Herren, Frau Fritz hat eben gesagt, dass die obdachlosen und wohnungslosen Menschen keine Lobby hätten. Ich sehe das anders. Sie haben sehr wohl eine Lobby. Es sind all die Menschen, die sich ehrenamtlich für wohnungslose und obdachlose Menschen einsetzen. Ihnen gilt natürlich unser Dank. Und Sie sehen ja alle, dass es sehr heiß ist. Wir schwitzen alle. Wir sind aber nicht obdachlos, wir sind nicht wohnungslos. Wir wissen sehr wohl, was diese Menschen gerade auf der Straße durchmachen. Es sind 34 Grad, es ist unerträglich. Und es ist eine Tatsache, dass die extremen Hitzeperioden zunehmen werden. Und das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Deswegen ist es auch als Querschnittsaufgabe gedacht. Und der Hitzeaktionsplan ist ja nichts Starres. Es ist nichts Finales. Es ist ein lernendes System. Es soll ständig evaluiert werden und auch weiter ausgebessert werden. Und deswegen werden wir auch den Antrag nicht ablehnen. Im Gegenteil, wir werden den Sozialausschuss weiter darüber beraten. Und das ist doch ein schöner demokratischer Akt, gemeinsam nach konstruktiven Lösungen zu suchen.Der Hitze-Aktionsplan besteht aus 179 Seiten. Öfter ist von obdachlosen und wohnungslosen Menschen die Rede, ganze acht oder neun Mal. Und da sind verschiedene Maßnahmen auch dort aufgelistet, zum Beispiel die vorbereitenden Maßnahmen. Da geht es um eine Kommunikationskampagne, was sehr wichtig ist, weil viele Menschen wissen gar nicht, wie gefährlich es gerade da draußen ist. Viele Menschen wissen gar nicht, wie sie sich schützen können. Da haben wir in dem Aktionsplan auch die Einrichtungen für obdachlose und wohnungslose Menschen im Blick. Und das Ganze soll auch mehrsprachig erfolgen, was an dieser Stelle bedeutend ist.Bei den langfristigen Maßnahmen L13 ist der Hitzeschutz in den Tagesaufenthaltsstätten auch erwähnt. Und da steht im Plan, dass die Finanzierung der Sonnenschutzmittel ausschließlich durch Spenden erfolgt. Und, Zitat, sinnvoll ist die Einrichtung mit finanziellen Mitteln, die Ausstattung mit finanziellen Mitteln auszustatten. Da sehen Sie, da ist es ein Punkt, der in Zukunft in Angriff genommen werden könnte. Darüber können wir auch gerne diskutieren. Und dann haben Sie im Antrag das Berliner Beispiel genannt. Es ist jetzt nicht so, dass wir das Berliner Beispiel nicht kennen. Es ist sogar in dem Hitzeaktionsplan verlinkt. Das heißt, das haben wir sehr wohl im Blick. Auch darüber können wir gerne im Ausschuss diskutieren. Dann, was sehr wichtig ist, die Straßensozialarbeit, die in L15 auch erwähnt ist. Es gibt in der Stadt Schattenangebote in den Tagesaufenthaltsstätten, aber bei warmem Wetter sind obdachlose und wohnungslose Menschen eher draußen. Und deswegen ist es wichtig, dass die StraßensozialarbeiterInnen dort die Menschen, die sie kennen, aufsuchen, ihnen helfen und auch weiterleitende Maßnahmen einleiten können. Weil sie sie direkt ansprechen. Und dann reden Sie davon, dass es ja einen Telefonservice geben müsste, den gibt es bereits. Es ist wichtig, dass wir dafür werben und den Menschen auch bewusst machen, dass es so einen Service gibt, dass man da anrufen kann, dass man nicht selber davon betroffen sein muss. Wenn man sieht, dass da Menschen gerade in Not sind, kann man da anrufen.und Hilfe auch verlangen. Dann haben wir 54 öffentliche Wasserspender, davon war auch die Rede. Und deswegen sehen Sie, da wird sehr viel gemacht. Wichtig ist es, dass wir diesen Antrag heute nicht ablehnen, sondern in den Sozialausschuss überweisen, um dann weiter nach konstruktiven Lösungen zu suchen. Dankeschön.
