Dietrich Wersich
Herr Walczak, ehrlich gesagt, dass Sie nicht meiner Meinung sind, das schreckt mich gar nicht. Das freut mich sogar eher, weil ich dann weiß, dass ich vielleicht doch auf der richtigen Seite stehe. Irgendwie heute Mittag hatten wir so eine tolle aktuelle Stunde, in der Sie gesagt haben, der Staat muss seine Bürger schützen. Und wenige Stunden später, wo es um den Schutz der Jugendlichen im Netz geht und Internetkriminalität und so weiter und so fort, da fordern Sie die Staatsfreiheit all dieser Medien ohne staatliche Kontrollinstanz. Ich glaube, Sie haben ein gestörtes Verhältnis zum Thema Sicherheit der Bürger, was sich offenbar am Hauptbahnhof von dem im Internet unterscheidet.Herr Walczak, Sie haben festgestellt, ich würde eine Devotheit gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk darbieten. Herr Walczak, das ist nicht Devotheit, sondern das ist Lernen aus historischer Erfahrung. Wer das weiß, was über den Volksempfänger auf das deutsche Volk eingewirkt wurde in ideologischer Weise, der muss heute eine Haltung, eine demokratische Grundhaltung haben zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der eben nicht staatlich gelenkt ist. Deshalb ist das nicht die Wutheit, sondern Haltung. Und Herr Walczak, wenn Sie selber nicht immer nur senden, sondern auch mal aufnehmen würden, dann hätten Sie durchaus ja auch gehört, dass auch ich zum Beispiel bei dem Thema der Finanzierung und auch in den anderen Sachen, die vier Bereiche, die ich genannt habe, sind alle Bereiche, wo Handlungsbedarf besteht, der auch teilweise adressiert wird. Aber ehrlich gesagt... Ihre Partei, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk diskreditiert und gleichzeitig Sympathien für Putin, Orban und weitere hat, die nämlich genau das machen, das demaskiert das doch. Sie wollen den Rundfunk in Deutschland unter Ihren...Kontrolle bringen. Und genau das wollen wir alle andere nicht. Und genau das werden wir auch verhindern.
