Benjamin Mennerich
Verehrtes Präsidium, meine Damen und Herren, was muss ein Staat, was muss Hamburg für seine Bürger leisten? Freiheit, Sicherheit, Schutz? Merken Sie was? Das ist der gleiche Anfang, den ich vorhin schon bei meiner ersten Rede verwendet habe, und er ist hier auch genauso richtig. Es wurde bereits angesprochen, dass die Probleme nicht nur auf unseren Schulen beschränkt sind, sondern der zunehmende Kontrollverlust der Behörden über die Gewalt und die Kriminalität sich auch auf andere Lebensbereiche ausstreckt. An Schulen, in Schwimmbädern, auf den Straßen, im gesamten öffentlichen Raum sind unsere Bürger betroffen. Ich lebe jetzt seit 18 Jahren in Bildstedt. In den letzten zehn davon habe ich mehr Anzeigen bei der Polizei erstatten müssen als in meinem ganzen bisherigen Leben. Einen kurzen Überblick darüber. In meinem Wohnhaus wurden reihenweise die Kellerräume aufgebrochen. Trickbetrüger klingeln des Nachts an den Türen und versuchen einen mit abenteuerlichen Geschichten um Geld zu bringen oder um einen Blick in die Wohnung werfen zu können. Meine Nachbarin stand vor wenigen Monaten schreiend im Treppenhaus. Feuer, Feuer, rief sie. Als ich mit dem Wassereimer dann vor ihr stand, wurde ich von ihr aufgeklärt. Als sie kurz nochmal nach Hause kam, um ihre Einkaufsliste zu holen, stand sie in ihrem Flur plötzlich einem Einbrecher gegenüber. Die Geistesgegenwart hat zumindest dafür gesorgt, dass der dann abgehauen ist und dass es zu Schlimmerem gekommen ist. Trotzdem habe ich dann wenige Wochen später...des Nachts gesehen, wie ein Mann im Dunkeln mit einer Taschenlampe auf den Balkon eines anderen Nachbarn kletterte, um dort in die Räume hineinzuleuchten. Beide Male wurde die Polizei informiert, beide Male sind die Täter leider unerkannt entkommen. So viel zur Wirksamkeit ihrer Präventionsmaßnahmen, die sie in den letzten zehn Jahren hier umsetzen. In den letzten Monaten konnten wir alle eine neue Qualität der Kriminalität beobachten. Allein in Bildstedt kam es zu mehreren Schießereien, die im Dezember erfolgte, leider mit tödlichem Ausgang. Diese und ähnliche Nachrichten erreichen uns in den letzten Jahren immer häufiger. Meine Damen und Herren, es bringt nichts, wenn Sie die Lage schönzureden versuchen. Lebenserfahrung der Menschen ist anders. In diesem Sinne fordern wir Sie erneut auf, ändern Sie Ihre Politik und sorgen Sie wieder dafür, dass Sicherheit, Freiheit und Schutz für alle Bürger gewährleistet wird. Vielen Dank.
