Oktay Özdemir
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, werte Gäste, Ich möchte bei meiner ersten Rede einmal betonen, dass ich stolzer Hamburger bin. Ich bin stolz auf die Vielfalt unserer Stadt, die sich hier in unserem Hohen Haus widerspiegelt. Ich bin stolz auf das großartige Land, in dem ich lebe und in dem ich mich einbringe. Ich bin stolz auf meine Eltern, die in den 70ern aus einem kleinen Dorf in Anatolien nach Hamburg emigrierten, hier hart und ehrlich gearbeitet haben und drei Kinder großgezogen haben.Ich bin dieser Stadt sehr dankbar, dass ich vor 17 Jahren Polizeibeamter werden durfte. Ich bin dieser Stadt sehr dankbar, dass ich heute vor Ihnen stehe und meinen Beitrag zur Demokratie leiste. Wenn man sich die Reden von rechts außen anhört, dann muss man traurigerweise feststellen, dass nicht jeder Mensch in unserer Stadt, dass nicht jeder Mensch in unserem Land willkommen ist. Besonders die Menschen, die Hilfe benötigen, die auf der Flucht sind vor Krieg und Verlichtung.Und es reicht an manchen Stellen auch nicht aus, die deutsche Staatsangehörigkeit zu haben. Wir müssen auf jeden Fall beachten, es waren Migranten, die mitgeholfen haben, dieses Land aufzubauen, dieses Land zu bereichern. Die sogenannten Ausländer, zumindest die meisten von ihnen, haben hart gearbeitet, ihre Steuern bezahlt, sich eingebracht und sind in allen Berufsgruppen vertreten. Schauen Sie sich hier in diesem Parlament um, dann wüssten Sie, wovon ich rede.Die AfD tut wieder das, was sie hat. Verzeihung, Herr Menderich hatte eine Zwischenfrage. Gestatten Sie das? Von der AfD brauche ich keine, danke. Straftaten kann man nicht nach einer Herkunft kategorisieren. Es gibt nicht den kriminellen Ausländer, es gibt nicht den kriminellen Deutschen, es gibt kriminelle Menschen. Das ist der Punkt, den Sie nicht verstehen wollen.Die AfD tut wieder das, was sie am besten kann, Spalten, Hetzen, Angst schüren. Die Frau, die am Hauptbahnhof wahllos auf Menschen mit einem Messer eingestochen hat, das war keine mit Migrationshintergrund, das war eine Deutsche. Die zwei Männer, die sie aufgehalten haben, die Stimme dadurch verhindern konnten, durch Zivilcourage, das waren Männer mit Migrationshintergrund. Ich grüße das Ganze hier nur auf, um einmal zu zeigen, in welchen Kategorien Sie denken, und das ist menschenverachtend.Ich habe als Polizeibeamter einen Eid geleistet. In diesem geht es nicht darum, nur bestimmte Bevölkerungsgruppen zu schützen. Meine Kolleginnen und Kollegen setzen tagtäglich ihre Gesundheit und manchmal auch einmal ihr Leben aufs Spiel, um uns alle vor allen Tätern, vor allen Gefahren, die auf uns einprasseln, zu schützen. Hören Sie auf, die Polizeiarbeit schlecht zu reden. Das haben meine Kolleginnen und Kollegen nicht verdient. Abschließend möchte ich nur noch erwähnen, wir lassen uns nicht spalten, wir lassen uns nicht hetzen und wir werden uns von Ihnen nicht das, was wir jahrelang hier aufgebaut haben, kaputt machen, um mit den Worten eines Sozialdemokraten abzuschließen, der mal im Bundestag gesagt hat, Hass macht hässlich. Schauen Sie in den Spiegel.
