Peggy Heitmann
Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren! Die große Anfrage hat gezeigt, wie widersprüchlich und intransparent die Angaben zur Waldfläche in unserer Stadt sind. Von Abu Kea über das Statistikamt Nord bis hin zu den Ergebnissen der Bundeswaldinventur liegen uns abweichende Zahlen vor. Für das Jahr 2016 schwanken die Angaben um fast ein Drittel. Auch jetzt gibt es immer noch keine einheitliche Zahl. Die Bundeswaldinventur ergab andere Flächen, als das Statistikamt Nord oder die städtischen Behörden ermittelten, was nicht zuletzt an den unterschiedlichen Definitionen und Erfassungsmethoden liegt. Die Ursache liegt aber auch an den verschiedenen rechtlichen Grundlagen und technischen Methoden. Während das Landeswaldgesetz Hamburgs andere Flächen einbezieht als das Bundeswaldgesetz, werden in den Statistiken teils Parkanlagen, teils nur reine Holzbodenflächen gezählt. Hinzu kommen methodische Unterschiede, etwa bei der Auswertung von Luftbildern, der Stichprobenwahl oder der Mindestgröße der zu erfassenden Flächen. Das Ergebnis weder Politik noch Öffentlichkeit können sich auf eine verlässliche Aussage zur tatsächlichen Waldfläche verlassen. Diese Unklarheit ist nicht nur ein statistisches Problem, sondern erschwert auch die Planung und Kontrolle des Naturschutzes. Es ist daher höchste Zeit, dass wir uns einer einheitlichen, transparenten und nachvollziehbaren Methodeder Waldflächenermittlung kommen, damit der Schutz unserer Wälder auf einer soliden Datenbasis besteht und damit die Bevölkerung verlässliche Daten darüber bekommt, wie viel ihres Waldes noch da ist und in welchem Zustand er sich befindet. Dankeschön. Ach ja, wir stimmen den Antrag daher zu.
