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Deniz Çelik

DIE LINKE 5:19 min Sitzungen 23/7

Herr Präsident, auch ich fand die Rede von Frau Chris sehr eindrücklich. Ich finde, das war auch das, was wir auch von den Betroffenen hören. Wir haben hier einen dringenden Handlungsbedarf, weil es sind ja in Hamburg mindestens 59.000 Menschen betroffen, die eine Post-Covid-Diagnose haben. Besonders betroffen sind Frauen und Menschen mit niedrigem Einkommen unter 40 Jahren, wie eine Studie des UKE ergab. Auch Kinder und Jugendliche, viele Kinder und Jugendliche leiden unter Post-Covid. Viele können ihr Leben einfach nicht weiterleben. Sie können nicht zur Schule gehen, sie können sich nicht mit ihren Freundinnen treffen, arbeiten gehen oder Sport treiben. Heilung ist ungewiss. Das ist nicht einfach ein individuelles Unglück. Diese Spätfolgen von Corona sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Doch bleiben die Menschen mit ihrer gesundheitlichen, sozialen und finanziellen Not meist unsichtbar. Sie fühlen sich im Stich gelassen, nicht nur von der Gesundheitsversorgung, sondern auch von der Politik. Wir brauchen jetzt endlich eine zentrale Anlaufstelle. Es wird uns auch immer wieder geschildert, dassmedizinische Unterstützung schwer zu finden ist. Das liegt nicht nur daran, dass die Forschung nicht so weit ist, obwohl das auch ein Problem ist, aber anders als der Senat in seinen Antworten schreibt oder wie Frau Fertes-Schütter auch hier dargestellt hat, findet eben nicht in den niedergelassenen KV-Praxen die hauptsächliche Betreuung statt, sondern uns wird immer wieder geschildert, dass viele in Privatpraxen und als Selbstzahler das aus ihrem eigenen Einkommen finanzieren müssen, die Versorgung, oder sie sind privat versichert, was die wenigsten sind. Und dieses Problem müssen wir angehen. Wir müssen endlich Versorgungsangebote schaffen, wo die Menschen auch hingehen können. Und da haben wir ja bereits schon im Dezember einen Antrag hier eingebracht gehabt, wo wir gesagt haben, am UKE soll eine Ambulanz hergerichtet werden. Und es ist ein halbes Jahr vergangen, es ist wieder nichts passiert. Und sie gehen wieder nicht auf diese konkrete Forderung, die von den Betroffenen und von den Fachleuten immer wieder erhoben wird, nicht ein. Und das finde ich einfach schwach. Und das wird der Problemlage nicht gerecht. Und deshalb sagen wir, dass das endlich sich ändern muss. Und wir unterstützen den Antrag der CDU und werden dem auch zustimmen, damit endlich etwas passiert.Ein Problem, mit dem sehr viele Post-Covid-Betroffene zu kämpfen haben, ist auch die Psychologisierung ihrer Symptome. Sie werden als psychisch krank diagnostiziert und nicht als körperlich krank. Und das hat fatale Folgen. Es geht hier nicht um das Stigma, das mit dieser Krankheit verbunden ist, sondern auch um die Fehlbehandlung, die die Symptome schlimmer macht, oft über einen langen Zeitraum. Da wird von Ärzten und Ärztinnen angeraten, dass man mehr Bewegung machen soll, dass man Sportangebote in Anspruch nehmen soll, die bei Depressionen helfen. Und das führt bei vielen Betroffenen zum Crash. Auch allein der Besuch in eine Praxis ist eine unglaubliche körperliche Anstrengung, die auch zum Crash führt. Es wurden ja jetzt auch Beispiele genannt, dass viele Bundesländer viel, viel weiter sind als Hamburg. Also Thüringen zum Beispiel hat mobile Angebote für Schwersterkrankte, die auch im häuslichen Umfeld besucht werden. Auch so eine Idee sollte auch der Senat mal aufgreifen und umsetzen.Ja, und dann möchte ich auch noch einmal sagen, Frau Fette-Stütter, Sie hatten, glaube ich, die Leitlinie des gemeinsamen Bundesausschusses angesprochen. Und Sie haben gesagt, die zentrale Behandlung soll laut dieser Leitlinie bei den niedergelassenen Hausärzten stattfinden. Und das stimmt so nicht. Also da müssen Sie noch einmal reinschauen in die Leitlinie. In der Leitlinie werden drei Versorgungspfade beschrieben. Und als dritte Ebene steht ganz klar in dieser Richtlinie, dass Spezialambulanzen für die Schwerstbetroffenen und Patienten eingerichtet werden sollen. Und Sie sollten diese Richtlinie endlich ernst nehmen und jetzt handeln und das auch endlich in Hamburg umsetzen. Wir begrüßen es sehr, dass die CDU viele unserer Punkte aufgegriffen hat. Aber Sie haben auch wichtige Ergänzungen in Ihrem Antrag stehen, zum Beispiel die Fortbildungsangebote. Wir stimmen diesem Antrag gerne zu und freuen uns, dass wir über dieses Thema auch im Ausschuss weiterberaten und endlich dazu kommen, dass Hamburg handelt. Danke.

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